MORIJA gemeinnützige GmbH

Seit über 25 Jahren führt MORIJA Medienprojekte durch. Medien, Bildung, Forschung: Wir von MORIJA sehen uns dazu berufen, Inhalte mit Tiefgang zu produzieren, Medien mit Substanz. Seit 2014 ist MORIJA eine gemeinnützige GmbH.

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MORIJA-News August 2026: Puzzlestücke der Forschung und die Fülle des guten Hirten

In den letzten Wochen hatten wir es immer wieder mit »Puzzlestücken« zu tun. In der Archäologie ist es oft wie bei einem Puzzlespiel – mit dem Unterschied, dass viele – manchmal die meisten – Teile unwiederbringlich verloren sind.

Puzzlestücke setzen sich zum königlichen Spiel zusammen

Keilschrift-Workshop bei der Sulzer Kreativwerkstatt

Rund 80 Kinder kamen zum Auftakt der Sommerferien am 31. Juli zur 16. Sulzer Kreativwerkstatt auf das Freizeitgelände Braunjörgen. In einem der fünf Workshops ging es zurück in die Zeit Abrahams: Mit Knete und Holzplättchen übten sich die Kinder in der Keilschrift und entdeckten, wie der eigene Name aussieht, wenn man ihn in Silben zerlegt und in die älteste Schrift der Welt überträgt. Viele alte Tontafeln und Fels-Inschriften sind zerbrochen oder zerstört – und bleiben rätselhaft.

Nicht nur die älteste Schrift der Welt war unser Thema, sondern auch das älteste Spiel. Seine Bestandteile wurden vor rund hundert Jahren bei Ausgrabungen in den Königsgräbern der Stadt Ur gefunden. Die Regeln kennen wir heute aber nur deshalb, weil ein Babylonier sie um 177 v. Chr. auf eine Tontafel geschrieben hat, die im Britischen Museum liegt. Der Keilschrift-Experte Irving Finkel hat diese Regeln entziffert und so wichtige Puzzleteile zusammengefügt: Heute können wir das »Königliche Spiel von Ur« wieder spielen!

Rückblick, Video und Materialien zum Workshop

Ein Puzzlestück aus einer 800 Jahre alten Chronik

Ibn al-Athir und der Cudi Dagh

Letztes Jahr im Oktober war ich an der Universität Sirnak und habe einen Vortrag über den arabischen Universalhistoriker Ali ibn al-Athir (1160–1233) gehalten. Mehrere Monate später ist der Proceedings-Band des Symposiums erschienen. Die überwiegend türkischen Artikel habe ich mithilfe von KI-Werkzeugen ausgewertet – und dabei ein spannendes Puzzlestück gefunden.

Was in den englischen und deutschen Übersetzungen fehlt, steht im arabischen Original, das mit modernen digitalen Werkzeugen zugänglich gemacht werden konnte: In seiner Weltchronik hält Ibn al-Athir ausdrücklich fest, dass die Arche auf »einem Berg in Qarda im Land von Mosul« landete – und dass Noah seine erste Siedlung in »Thamanin« gründete. Damit benennt eine der wichtigsten Geschichtsdarstellungen des Mittelalters den Landeplatz geografisch so eindeutig, wie man es sich nur wünschen kann. Gemeint ist der Cudi Dagh im Südosten der Türkei – ein neues Puzzlestück, das diese Identifikation bestätigt.

Zum Beitrag über Ibn al-Athir und die Arche Noah

Puzzlestücke der Erinnerung

Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Baisingen

Vor wenigen Tagen war ich auf dem jüdischen Friedhof in Baisingen, um einem Puzzlestück (in doppeltem Sinne) für meine Predigt am kommenden Sonntag – dem Israelsonntag – nachzuspüren. Denn auf einem älteren Foto von mir fand ich ein Porzellanmedaillon mit einem Porträtfoto abgebildet, es ist zerbrochen, Teile des Gesichts einer Frau fehlen für immer. Ich wollte sehen, wie der Zustand inzwischen ist. Es hatte sich nichts verändert, aber auf der Erde unter dem Grabstein lag eine der herausgebrochenen Scherben, ich habe sie aufgehoben.

Beim Grab ihres Mannes ist vom Bild überhaupt nichts mehr da, auch dort lagen Scherben im Dreck. Weil weitere alte Fotos mehr zeigen als den heutigen Zustand, lässt sich manches rekonstruieren – aber nicht alles. Die Namen des Ehepaars konnte ich herausfinden: Rebeka und Veit Marx.

Puzzlestücke aus Porzellan, Bruchstücke der Erinnerung. Um Erinnerung wird es in meiner Predigt gehen. Um ein Zitat aus der chassidischen Tradition, das mich seit einiger Zeit immer wieder beschäftigt und das mir für die Arbeit mit Papierblatt neue Impulse gegeben hat: »Vergessen ist Verbannung, Erinnerung ist Erlösung.«

Vor einigen Monaten ist das Buch »Gedenken neu denken« von Susanne Siegert erschienen. Was heißt »Gedenken neu denken« eigentlich für uns als Christen? Die Zeugen sterben: Seit meinem Besuch in Israel im Oktober sind Sara Atzmon und Mirjam Rosen gestorben, die ich beide dort getroffen habe. Wie erinnern wir ohne die Zeitzeugen? Und wie kann ihr Andenken ein Segen sein – so wie es im Judentum traditionell beim Tod einer Person gewünscht wird?

Besuchen Sie den Gottesdienst am kommenden Israelsonntag, dem 9. August um 10 Uhr in der Michaelskirche in Sulz am Eck – oder verfolgen Sie ihn im Livestream.

Kein Puzzle – sondern ein volles Bild!

Jesus als guter Hirte, Fresko des 3. Jahrhunderts

Der Monatsspruch für August steht in Johannes 10,10: »Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.« – Das ist der Gegenentwurf zu allem Stückwerk, das wir in unseren Projekten tun. Wir sammeln Scherben, Sätze und Namen, wir setzen zusammen, was zusammengesetzt werden kann. Und wir sind uns bewusst, dass Teile verloren sind. Nicht alles Wissen kann bewahrt werden.

Beim Schäferlauf in Wildberg ist das Leistungshüten in diesem Jahr ausgefallen. Trotzdem konnte man beim Schauhüten sehen, welche besonderen Fähigkeiten ein Schäfer hat, der seine Herde mit den Hunden hütet und auf dem rechten Weg leitet. Der Monatsspruch kommt aus einem bekannten Kapitel, das Jesus als den guten Hirten beschreibt. Er gibt das Leben in Fülle – dankbar möchte ich das persönlich annehmen, und auch wir als gemeinnützige Firma. Danke, wenn Sie uns verbunden bleiben.

Gedanken zum Monatsspruch: Der gute Hirte, Fülle und Freiheit

6.8.2026, Timo Roller, Geschäftsführer

Frühere MORIJA-News im Archiv

Über uns

Geschäftsführer Timo Roller hat in den SCM-Verlagen die Bücher »Bible Earth«, »Einzigartiges Israel« und »Das Rätsel der Arche Noah« veröffentlicht. Viele weitere Publikationen zur Bibel, zum Heiligen Land und zu wissenschaftlichen Fragestellungen wurden erarbeitet oder begleitet, kürzere Artikel sind in Zeitschriften erschienen.

Gemeinsam mit ASEBA e. V. produziert MORIJA seit vielen Jahren christliche Geschichten für Kinder, die Filme der Dokumentations-Reihe »defacto« thematisieren »Wissenschaft auf den Spuren Gottes«. In Zusammenarbeit mit ZEDAKAH e.V. sind zahlreiche Interviews, Veranstaltungen und Medienprojekte entstanden. Auch im kirchlichen Umfeld sind wir medientechnisch engagiert. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützung für Ihre Medienprojekte benötigen.

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