Veranstaltungsmarathon – ein Rückblick

Im Museum in Bozen (Südtirol): Ötzi (links) und ich. 😉

Nachdem ich im Familienurlaub die Gelegenheit hatte, mich ein wenig auf die Spuren Ötzis zu begeben und neue Inspriationen für unser Urmenschen-Projekt zu sammeln, begann Anfang September ein fast dreiwöchiger Veranstaltungsmarathon.

Ein wichtiger Baustein für die zukünftige Arbeit unseres CVJM Sulz am Eck e.V. mit dem neuen Gemeinschaftshaus war am 5. September die Eröffnung des Cafés am Bach. Ehrenamtlich war ich dabei für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Café am Bach hat donnerstags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Am Tag des offenen Denkmals (8. September) machten wir eine Tour durch meinen Heimatort Sulz am Eck. Über 40 Interessierte begleiteten Heide Dittus vom Schwarzwaldverein und mich durch den Ort, um an verschiedenen Stellen Geschichte zu erleben. Der Gäubote schreibt über meine Ausführungen in der Michaelskirche: »Für 2020 ist hier eine Renovierung geplant, wie Timo Roller erzählte. Diesmal jedoch befassten sich die Besucher eher mit der Chorsakristei und dem Sakramentshäuschen aus vorreformatorischen Zeiten. Erst vor kurzem wurde in der Kirche ein über 500 Jahre altes Hostienkästchen entdeckt, das in das Sakramentshäuschen gehört.« Zum Abschluss der Wanderung im Gemeinschafthaus präsentierte ich darüber hinaus noch Fotos aus dem Judenbad in Wildberg sowie Funde, die von »Siedlungsspuren über der Sulzer Burghalde« zeugen.

Ein »Fenster zur Vergangenheit der Bibel« war die diesjährige Archäologietagung der Studiengemeinschaft Wort und Wissen auf dem Schönblick in Schwäbisch Gmünd vom 13. bis 15. September. Dort war MORIJA mit einem kleinen Stand vertreten und ich erzählte Interessierten von unserer Arbeit.

Dabei kam auch erstmalig unser neues Magazin »#bibelabenteurer« unter die Leute: Es enthält Kurzfassungen einiger Artikel, eine Vorstellung aktueller Projekte sowie einen Einblick in Forschungen, die erst noch ausgearbeitet werden müssen. Auch faszinierende Menschen stelle ich vor: Mordechai Papirblat, Namensgeber unseres Holocaust-Projekts und 96-jähriger Auschwitz-Überlebender. Ulrich Romberg, der das Wassersystem der Jerusalemer Davidstadt jahrzehntelang erforscht hat. Und Stefan Gödde, den Moderator der Wissens-Sendung »Galileo«, dem wir im Hiskia-Tunnel begegnet sind und der im Vorwort von unserem denkwürdigen Zusammentreffen berichtet. Gerne können Sie das Magazin in gedruckter Form bei uns anfordern, auch mehrere Exemplare zum Weitergeben. Es ist kostenlos, wir freuen uns aber natürlich jederzeit über Spenden für unsere Medien- und Forschungsprojekte. Lassen Sie sich inspirieren und werden Sie selbst zum Bibelabenteurer!

Ausstellungsstand auf dem Schönblick

Etwa 400 Menschen haben den Israelkongress vom 19. bis 22. September auf dem Schönblick besucht, einen Artikel darüber hat das Pro Medienmagazin veröffentlicht. Zu dritt haben wir am Ausstellungsstand die Arbeit von MORIJA und ASEBA vorgestellt. Darüber hinaus konnte ich zwei gut besuchte Seminare zur »Archäologie Jerusalems« halten.

Angesichts des zunehmenden Antisemitismus, der unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger bedroht sowie die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft verletzt, veranstaltete das baden-württembergische Innenministerium gemeinsam mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft am vergangenen Montag einen Fachtag zum Thema »Antisemitismus – Jüdisches Leben in Deutschland zwischen Sicherheit und Unsicherheit«. Wir konnten dort unser Papierblatt-Projekt einem interessierten Publikum präsentieren und freuen uns über positives Feedback. Auch die Jüdische Allgemeine hat ausführlich über die Veranstaltung berichtet.

Timo Roller
27.9.2019, KW39

Gruppenbild beim Fachtag – Papierblatt-Team und die politischen Akteure: Schuldekan Thorsten Trautwein, Innenminister Thomas Strobl, Antisemitismusbeauftragter Michael Blume, Frank Clesle von Zedakah und Timo Roller von Morija (v.l.n.r.)

Bibelabenteurer-Magazin und Veranstaltungen im September (und darüber hinaus)

In letzter Zeit war sehr viel los. Darunter hat die Öffentlichkeitsarbeit etwas gelitten und das ist natürlich schlecht. Daher eine Übersicht in Kürze:

Am 2. September erscheint unser (kostenloses) Magazin »Bibelabenteurer« als Ergänzung zur Website. Darin enthalten sind einige Artikel über biblische Themen: »Auf den Spuren Abrahams: Von Haran ins Heilige Land«, »Ära des Untergangs: Die Zeit von Daniel«, »Eine Momentaufnahme der Auferstehung? Das geheimnisvolle Turiner Grabtuch« und »Jerusalem: Expedition mit Tunnelblick«. Das Magazin gibt auch einen Überblick über die Arbeit von MORIJA und ASEBA Deutschland, das Projekt »Papierblatt« wird ebenfalls vorgestellt. Wir freuen uns, dass Stefan Gödde ein Vorwort dafür geschrieben hat. Er ist bekannt als Galileo-Moderator und ihn haben wir 2018 im Hiskiatunnel getroffen. Ein sympathischer Typ mit einem erfreulichen Gespür für das wirklich Wichtige im Leben.

Im September stehen einige Veranstaltungen auf dem Programm, bei denen wirals MORIJA mit dabei sind und das Magazin teilweise unter die Leute bringen wollen:

Tag des offenen Denkmals: Am Sonntag, 8. September lautet das Thema des bundesweiten Thementags: »Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur«. Heide Dittus und ich werden in Sulz am Eck auf einem Spaziergang durchs Dorf ab 13:30 Uhr (Treffpunkt Gemeindehalle) diesem Jahresthema auf der Spur sein. Wir machen eine Runde durch das neugestaltete »Kloster«, besichtigen das Gemeinschaftshaus mit einer schön gestalteten Vitrine zum Thema »Kirche, Kinderkirche und Konfirmation«, gehen dann an der Kirche vorbei zum Friedhof, wo vor kurzem verschiedene Grenzsteine dem Grubstock hinzugefügt wurden. Wer möchte, kann anschließend noch zum Brauni-Treff auf dem CVJM-Freizeitgelände zu Kaffee und Kuchen mitgehen.

In Schwäbisch Gmünd findet vom 13. bis 15. September 2019 im Gästezentrum Schönblick die Tagung für Biblische Archäologie der Studiengemeinschaft Wort und Wissen statt. MORIJA wird dort mit einem Infostand präsent sein. Die Tagung trägt den Titel: »Fenster zur Vergangenheit der Bibel: Assyrien, Ägypten und die Süd-Levante: Chronologie, Geschichte, Bilderkunst und Epigraphik«.

Am darauffolgenden Wochenende findet ebenfalls auf dem Schönblick der Israel-Kongress »Israel – Licht der Welt?!« statt, von Donnerstag, 19. bis Sonntag, 22. September. Dort werden wir gemeinsam mit ASEBA Deutschland unsere Arbeit präsentieren. Im Rahmen der Seminare werde ich Einblick geben in »Die Archäologie Jerusalems: Auf den Spuren von Hiskia, Salomo und Abraham«.

Eine besonders wichtige Veranstaltung ist der »Gemeinsame Fachtag Antisemitismus« des baden-württembergischen Innenministeriums und der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart. Unser Zeitzeugen-Projekt »Papierblatt« wird dort am Nachmittag dem Publikum vorgestellt.

Die Vorbereitungen für all diese Dinge haben mich in den letzten Wochen in Trab gehalten, dazu viele weitere laufende Film- und Web-Projekte. Die Veröffentlichung einer neuen ASEBA-Bibel-Multimedia-Präsentation wird hoffentlich in diesem Jahr noch gelingen, die Übersetzung der Biografie des Holocaust-Überlebenden Mordechai Papirblat ist angelaufen und das Buch soll im Januar 2020 erscheinen.

Denn auch 2020 sind schon zwei interessante Veranstaltung unter Mitwirkung von MORIJA geplant:

Eine Tagung zu »75 Jahre Befreiung von Auschwitz« mit einem Vortrag einer Auschwitz-Überlebenden am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar.

Ein Tagesseminar »Bibel und Wissenschaft« der Zellerstiftung in Nagold mit dem Titel »Showdown in Jerusalem« mit archäologischen Erkenntnissen und biblischen Gedanken über die Zeit von Hiskia, Jesaja und Sanherib. Termin: Samstag, 28. März 2020.

Es läuft also allerlei Interessantes parallel – auch die Erforschung der »Siedlungsspuren« geht in die neue Runde, nachdem die entsprechenden Ackerflächen nun abgeerntet sind. Darüber mehr beim nächsten Mal.

Viele Grüße
Timo Roller
16.8.2019, KW33

Vorträge und Webseiten

Zwei Vorträge standen in den letzten Tagen auf dem Programm: In Schwaigern bei Heilbronn sprach ich über die Frage: »Kann man der Bibel glauben?« – Neben auch kritischen Rückfragen war es ein wertvoller Abend mit hoffentlich ermutigten Männern.

In Effringen, wo ich aufgewachsen bin, gab es einen etwas außergewöhnlichen Bildervortrag mit dem Titel: »Was haben Wildberger Grenzsteine mit der Arche Noah zu tun?« – Die Vorstellung meiner Arbeit durch die Verknüpfung von bibelarchäologischer und heimatgeschichtlicher Forschung funktioniert natürlich nur in unserer unmittelbaren Region und wurde von den Anwesenden sehr interessiert aufgenommen.

Für mehrere Projekte sind gerade zahlreiche Webseiten durchzuarbeiten und zu überprüfen. Dafür verwende ich einen großen Teil meines momentanen Zeitbudgets.

Hinweisen möchte ich noch auf den Israel-Freundestag von Zedakah e.V. in Maisenbach am 1. Mai mit dem Holocaust-Überlebenden Benjamin Sela und dem Journalisten Johannes Gerloff.

Timo Roller
13.4.2019, KW15

Anno 1346 …

Zum »Tag des offenen Denkmals« im September 2017 hatten wir eine Veranstaltung mit dem Thema Jüdische Spuren in Wildberg. Es war damals geplant, das Judenbad neben der Volksbank in der Talstraße zu besichtigen. Leider ist dieses Vorhaben gescheitert, da sich das Gebäude in Privatbesitz befindet und eine Öffnung am geplanten Termin kurzfristig nicht möglich war.

Nun ist es aber einer kleinen Delegation doch noch gelungen, das Untergeschoss des Gebäudes in Augenschein zu nehmen und ich selbst konnte zahlreiche Fotos zur Dokumentation machen.

Das Untergeschoss des schönen Fachwerkhauses in der Badgasse ist schon lange Zeit als »Judenbad« bekannt und wurde wahrscheinlich vor vielen Jahrhunderten als Ritualbad und Versammlungsraum genutzt. Noch heute zu sehen sind ein Trog sowie zwei Säulen, von denen eine interessante Inschriften trägt. Die Bedeutung der dort eingravierten Zahl „6015“ war lange unklar, bis es Ulrich Romberg gelang, sie zu entschlüsseln: Von rechts nach links gelesen ergibt sie in jüdischer Zeitrechnung die Jahreszahl 1346, aller Wahrscheinlichkeit nach das Erbauungsdatum des Gebäudes, das damit zu den ältesten noch bestehenden Häusern Wildbergs gehört.

Es stellt sich nun die Frage, in welcher Form man weitere Erkenntnisse gewinnen kann und wie man diese Interessierten zur Verfügung stellt. Wir haben spannende Ideen.

Am kommenden Montag gibt es nachmittags ein weiteres Treffen unseres Papierblatt-Arbeitskreises in Maisenbach bei Zedakah. Dafür gab es diese Woche einige Vorbereitungen zu treffen.

Desweiteren beschäftigen uns zur Zeit Logo-Entwicklungen und Neustarts von Web-Auftritten mehrerer christlicher Organisationen. Da ist eine Menge zu tun.

Timo Roller
30.3.2019, KW13