Ulrich Romberg und das unterirdische Jerusalem: Forschung vor Ort

Nun geht es los nach Jerusalem. Vom 6. bis 12. März sind Timo Roller und Albert Röhm von MORIJA zusammen mit dem Forscher Ulrich Romberg aus Wildberg in Jerusalem unterwegs (siehe auch hier). Seine Erkenntisse aus 30 Jahren werden wir – so weit möglich – vor Ort überprüfen. Dazu haben wir die Gelegenheit, uns mit dem Archäologen Ronny Reich zu treffen, der über viele Jahre bis zu seinem Ruhestand in der Davidstadt ausgegraben hat.

Am 27. Februar 2015 ist ein Artikel von mir im Schwarzwälder Boten erschienen (leicht gekürzt), nachdem Ulrich Romberg seine Erkenntnisse zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Der Artikel wurde damals allerdings nicht online verfügbar gemacht, daher nun hier als ungekürzte Version:

Ulrich Romberg teilt seine Erkenntnisse

Referent beim Gemeinsamen Bibelabend in Sulz ist seit drei Jahrzehnten vom unterirdischen Jerusalem fasziniert

Seit 30 Jahren erforscht Ulrich Romberg die komplexen Wasserversorgungssysteme Jerusalems. Beim Gemeinsamen Bibelabend im Sulzer Gemeindehaus legte er am vergangenen Sonntag vor etwa 60 Zuhörern zum ersten Mal seine Erkenntnisse und Berechnungen dar.

Romberg, der nach einer Technikerausbildung zum Diakon umgeschwenkt ist und bis zu seinem Ruhestand viele Jahre am Bildungszentrum in Wildberg Lehrer war, hat vor allem das unterirdische Jerusalem ausgiebig erforscht: In erster Linie vom heimischen Schreibtisch aus, an dem er unzählige Grabungsberichte und archäologische Literatur studierte, aber auch die Vermessungstechnik der vorchristlichen Zeit zu rekonstruieren versuchte. Ein Besuch in Jerusalem hat in den 1980er Jahren sein Interesse geweckt, als die Meinung hörte, der berühmte Hiskia-Tunnel mit seinem merkwürdig kurvigen Verlauf sei das glückliche Ergebnis eines »gering ausgebildeten Ingenieurwissens« und die Tunnelgräber seien mehr zufällig oder durch ein »Wunder Gottes« im Inneren des Felsens aufeinandergestoßen. »Ich hoffe, Ihnen heute eine andere Einsicht vermitteln zu können.«

Schon von Anfang an spielte die Wasserversorgung für das antike Jerusalem eine lebenswichtige Rolle. In den trockenen judäischen Bergen war wohl schon zu Abrahams Zeiten, als Melchisedek König von Salem war, die sogenannte Gihon-Quelle von unschätzbarem Wert für die Bewohner der Stadt. Ulrich Romberg, der die komplexen Wasserversorgungssysteme in Jerusalem seit 30 Jahren erforscht, kann sich zumindest vorstellen, dass der unmittelbare Quellbereich schon in kanaanäischer Zeit ein bedeutendes Heiligtum beherbergte.

Nachdem Romberg also zunächst einen kurzen Einblick in die Zeit Melchisedeks und der berühmten biblischen Könige David und Salomo gab, bei denen die Gihon-Quelle auch schon eine wichtige Rolle zur Versorgung spielte, erläuterte er ausführlich die Entstehung der Bauprojekte, die dem König Hiskia zugeschrieben werden. Zu seiner Zeit – um das Jahr 700 v. Chr. – war die Hauptstadt des Königreichs Juda durch das Heer des assyrischen Königs Sanherib bedroht. Wenige Jahre zuvor war das israelitische Nordreich bereits den Assyrern in die Hände gefallen und auch mehrere Städte Judas waren bereits verloren.

Schon frühzeitig war in Vorahnung eines weiteren Feldzugs der Assyrer mit den Maßnahmen gegen eine Belagerung Jerusalems begonnen worden. Wahrscheinlich ein ägyptischer Ingenieur – so die Theorie Rombergs, denn allen Vermessungen liege die ägyptische Elle zugrunde – wurde mit dem Tunnelbau beauftragt. Alles wurde überirdisch genauestens vermessen und dann in das Innere des entstehenden Tunnels übertragen. Dazu notwendigen Messgeräte hat Ulrich Romberg auf dem Reißbrett und auch als Aluminium-Modell rekonstruiert.

Der Tunnel wurde von beiden Seiten gegraben, die Gänge haben einen geringen Querschnitt, so dass es – angesichts der drohenden Belagerung – schnell vorangegangen sein muss. Und trotzdem hatten die Ingenieure wohl auch gleich einen oder mehrere Notfallpläne in der Tasche, auf die im Ernstfall sofort zurückgegriffen werden konnte: Beim Anrücken der feindlichen Armee hätte unter Umständen nur noch von einer Seite gegraben werden können, da die Seite zur Quelle hin sofort hätte in Betrieb genommen werden müssen. Messungen außerhalb des Tunnelsystems hätten im Angriffsfall eingestellt werden müssen. Und im schlimmsten Fall hätte von der Stadtburg aus ein direkter Schacht in den Tunnel gegraben werden müssen.

Tatsächlich führt der Tunnel von der Quelle im Norden aus nicht gleich gen Süden, sondern macht eine Kurve nach Westen, wo am höchsten Punkt der ursprünglichen Davidstadt in den letzten Jahren die Überreste einer Befestigungsanlage ausgegraben wurden. Die Kurve im südlichen Teil des Tunnels führt Romberg darauf zurück, dass wohl in der Tat während der Baumaßnahmen die Belagerung der Assyrer eingesetzt habe und man aus Gründen der Luftzufuhr für die Bauarbeiter eine weitere Entnahmestelle in Betrieb nehmen musste.

Auch für verschiedene »tote« Stollen, die von anderen Forschern als Beweis für die schlechte Planung herhalten mussten, hat Romberg eine alternative Erklärung: Nahe an der Stelle des Aufeinandertreffens beider Stollenteile hätten sich die Hauer von Geräuschen ihrer Kollegen auf der anderen Seite ablenken lassen und genau in deren Richtung gegraben. Da die Planer aber zur Sicherheit einen »Fangstollen« geplant hätten, der verhindern würde, dass sich die Tunnelröhren verfehlen, hätten sie die Arbeiten entsprechend korrigieren lassen. Unregelmäßigkeiten im Fels könnten nämlich das Graben nach Gehör in die falsche Richtung führen, so Romberg.

Als Beweis für seine Theorie der präzisen Planung führte Romberg die Genauigkeit der Niveaumessungen an, die eine optimale Nutzung des Tunnels gewährleitet hätten, und die an der Stelle am Zusammenschluss bei genauer Betrachtung nur wenige Zentimeter betragen hätten. Trotz eines großen Gottvertrauens, für das Hiskia – dessen Berater der Prophet Jesaja war – in der Bibel gerühmt wird, tat er also trotzdem alles Menschenmögliche, um sein Volk vor der heranrückenden Gefahr zu schützen. Ulrich Romberg zählt den Hiskiatunnel »zu den bedeutendsten Ingenieurwerken der Antike«. Das entschlossene und tatkräftige Handeln Hiskias sei verbunden mit dem Vertrauen auf Gott ein Zeugnis für die Errettung aus großer Gefahr. Denn schließlich musste Sanherib nach Gottes Eingreifen wieder abrücken und konnte in seinen Annalen nicht von der Eroberung Jerusalems berichten, sondern nur davon, dass er Hiskia »wie einen Vogel im Käfig in Jerusalem« eingeschlossen hatte. Angesichts der sonst so überschwänglichen und grausamen Beschreibungen assyrischer Siege sei das nur die beschönigende Umschreibung einer bitteren Niederlage.

Ulrich Romberg zeigte in seinem Vortrag eindrücklich auf, zu welch genialen Bauvorhaben die Ingenieure vor über 2500 Jahren imstande waren und wie zuverlässig die Bibel als historische Quelle dienen kann.

Ulrich Romberg erläutert die komplizierte Quellanlage und den Verlauf des Hiskiatunnels.

Unvergängliche Schriftzeichen

Die Bibelkritik ignoriert archäologische Erkenntnisse und frühe Keilschriften, die ein Indiz dafür sind, dass die Bibel von Anfang an schriftlich überliefert wurde.

Es war ein spannendes Experiment, das die Royal Asiatic Society im Jahr 1857 in London durchführte. Vier namhafte Forscher nahmen daran teil: Jeder von ihnen erhielt einen versiegelten Umschlag mit der Abschrift eines erst kurz zuvor ausgegrabenen assyrischen Militärberichts. Henry Creswicke Rawlinson, Edward Hincks, Jules Oppert und Henry Fox Talbot sollten unabhängig voneinander diesen Keilschrifttext übersetzen und damit belegen, ob die Entschlüsselung der alten Sprachen als gesichert gelten konnte.

Mehr darüber auf unserer Website NoahsArk.site

Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit?

Ein hilfreicher Blick auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Israels

von Timo Roller

Ha tikva – Die Hoffnung. So heißt die Nationalhymne von Israel. Hoffnung – oder doch eher Hoffnungslosigkeit? Was bestimmt unser Denken, das Denken der Menschen um uns herum, das Denken unserer Gesellschaft? Das Denken von uns Christen?

Tempelberg Jerusalem

Es geht um die Zukunft. Hoffnung und Hoffnungslosigkeit sind auf die Zukunft gerichtet. Die Zukunft liegt dunkel vor uns – unbekannt.

Oder doch nicht? Ich finde es besonders spannend an der Bibel, dass uns Propheten, Gott selbst und sein Sohn Jesus Christus manches verraten haben von dem, was noch vor uns liegt. Und damit auch, ob Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit angesagt sind.

In Lukas 21, 5–36 stehen wichtige Verse, die zeigen, wie Jesus in die Zukunft blickte und wie sich sein Plan erfüllte und noch erfüllt. Ich empfehle sehr, die Bibel aufzuschlagen und diese Verse einmal zu lesen.

Jesus redet über die Endzeit. Ein seltsames Thema. Manche Christen haben nichts anderes im Kopf – andere dagegen leben so sehr im Hier und Jetzt, dass die Wiederkunft Jesu oder auch das Leben nach dem Tod keine Rolle mehr spielen.

Die Worte Jesu sind recht einfach zu verstehen – im Gegensatz zum Buch der Offenbarung mit seinen Bildern und Symbolen.

Tempelzerstörung

Schon gleich am Anfang geht es im Bibeltext um den Tempel in Jerusalem. Der Tempel soll zerstört werden. Dies ist 70 n. Chr. passiert. Wurden Jesus erst danach diese Worte in den Mund gelegt? Sicher nicht! Im ersten Kapitel schreibt Lukas, dass er den »sicheren Grund der Lehre« sorgfältig erkundet habe. Damals haben noch Zeitgenossen gelebt, die solche Fehlinformationen – Fake-News – sicher nicht hätten durchgehen lassen.

Die Zerstörung des Tempels ist ein großes Trauma für das Judentum, es geschah damals zum zweiten Mal. 587 v. Chr. zerstörte Nebukadnezar den Salomonischen Tempel, nun der römische Feldherr Titus den zweiten, der unter Serubbabel errichtet und von Herodes erweitert worden war. Es war ein großartiges Bauwerk.

Der 9. Tag des jüdischen Monats Av (im Juli oder August) ist bis heute ein Trauertag im Judentum, an dem an diese beiden Zerstörungen erinnert wird. Auch die Klagemauer hat ihren Namen deswegen.

Immer wieder lesen und hören wir, wie wichtig der Tempelberg heute noch ist: ein umstrittener Taumelbecher – dies schreibt schon der Prophet Sacharja! Heute stehen auf dem Plateau des ehemaligen Tempels zwei muslimische Heiligtümer: Der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee. Jerusalem wird als der drittheiligste Ort des Islam bezeichnet – nach Mekka und Medina.

Terror

Doch manchmal geschehen ganz und gar unheilige Dinge auf dem Tempelberg: Dort werden Waffen gehortet. Am 14. Juli 2017 kamen Terroristen bewaffnet vom Tempelberg in die Altstadt herunter und erschossen zwei Polizisten. Danach flüchteten sie wieder auf den Tempelberg und wurden dort von israelischen Sicherheitskräften zur Strecke gebracht.

Danach installierten die Israelis als Sicherheitsmaßnahme Metalldetektoren am Eingang des Tempelbergs. Muslimische Besucher weigerten sich, sich durchsuchen zu lassen – obwohl solche Maßnahmen sonst überall in Jerusalem selbstverständlich sind. Aus einer Sicherheitsmaßnahme wurde ein Politikum und ein angeblicher Verstoß gegen den »Status Quo«. Dieser besagt, dass auf dem Tempelberg Muslime das Sagen haben, obwohl das Gelände 1967 von Israel erobert wurde.

Der Konflikt schaukelte sich hoch, es wurden Tage des Zorns ausgerufen. Jerusalem: Taumelbecher und Laststein für alle Völker! Auch wieder, als US-Präsident Trump Ende 2017 Jerusalem als Hauptstadt Israels bezeichnete und ankündigte, die Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Die Völker in der UN-Vollversammlung verurteilten dies mit überwältigender Mehrheit – obwohl Jerusalem bereits 1980 von Israel zur eigenen Hauptstadt erklärt wurde.

Im Tempel

Was wurde eigentlich im Tempel gemacht, bevor er 70 n.Chr. zerstört wurde? Es wurden Opfer gebracht für die Sünden des Volkes. Aber nun war Jesus da. Er war nach eigenem Anspruch das einmalige Opfer: Gottes Sohn. Die meisten Juden haben ihn abgelehnt. Im Tempel waren nun – 40 Jahre nach der Kreuzigung – keine Opfer mehr möglich. Seit der Zerstörung des Tempels muss das Judentum ohne Opfer auskommen.

Der Felsendom mit der goldenen Kuppel anstelle des Tempels

Endzeit

Jesu Endzeitrede geht weiter: Verführung, Kriege, Aufruhr, Erdbeben, Hungersnöte, Seuchen. Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel her. Verrat und Verfolgung. Aber: das Ende ist noch nicht so bald da. Matthäus schreibt in der Parallelstelle: Es ist der Anfang der Wehen.

Dann geht es um Jerusalem. Es geht um Wachsamkeit. Ich glaube, die Einstellung der Christen zu Israel ist nicht gerade von Wachsamkeit geprägt. Wir müssen die Bibel lesen – nicht nur die Zeitung. »Seid allezeit wach und betet! Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.«

Die Worte der Bibel vergehen nicht. Nimmt man die Worte Jesu als Grundlage, sind viele andere Prophetenworte gut einzuordnen, wenn auch oft schwer zu verstehen. Werfen wir einen Blick ins Alte Testament, beziehen sich viele Prophezeiungen auf die damalige Zukunft nach der babylonischen Gefangenschaft. Einige Worte zeigen aber auch deutlich darüber hinaus – und wer Israel kennt, sieht, was sich im letzten Jahrhundert vor unseren Augen erfüllt hat.

»Dazu wirst du unter jenen Völkern keine Ruhe haben, und deine Füße werden keine Ruhestatt finden. Denn der HERR wird dir dort ein bebendes Herz geben und erlöschende Augen und eine verzagende Seele, und dein Leben wird immerdar in Gefahr schweben; Nacht und Tag wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. Morgens wirst du sagen: Ach dass es Abend wäre!, und abends wirst du sagen: Ach dass es Morgen wäre!, vor Furcht deines Herzens, die dich schrecken wird, und vor dem, was du mit deinen Augen sehen wirst.« (5. Mose 28,65–67)

Jeremia beschreibt die Diaspora – die Zerstreuung der Juden unter die Völker – so: »Man nennt dich: ›die Verstoßene‹ und: ›Zion, nach der niemand fragt‹«.

Doch dann kommt die Wende. Als Gegenpol zu Unterdrückung und Holocaust die Rückkehr und Staatsgründung!

»So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln, ich will sagen zum Norden: Gib her!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde.« (Jesaja 43,5–6)

Wer hat die Berge Judäas, Galiläas und Samarias mit eigenen Augen gesehen? Noch Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb Mark Twain: »Kommen Sie nach Galiläa: diese unbevölkerten Wüsten, diese rostfarbenen Hügel der Unfruchtbarkeit … [das Heilige Land] sitzt in Sack und Asche, verwüstet und hässlich – es ist ein unwirkliches Land.«

Doch Hesekiel schreibt: »Aber ihr Berge Israels sollt wieder grünen und eure Frucht bringen meinem Volk Israel, denn bald sollen sie heimkehren. Denn siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet. Und ich will viele Menschen auf euch wohnen lassen, das ganze Haus Israel insgesamt, und die Städte sollen wieder bewohnt und die Trümmer aufgebaut werden. Ja, ich lasse Menschen und Vieh auf euch zahlreich werden; sie sollen sich mehren und fruchtbar sein. Und ich will euch wieder bewohnt sein lassen wie früher und will euch mehr Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Ich will wieder Menschen über euch ziehen lassen, nämlich mein Volk Israel; die werden dich besitzen und du sollst ihr Erbteil sein und ihnen die Kinder nicht mehr nehmen.« (Hesekiel 36,8–12)

Der Kampf um den eigenen Staat

Nach dem Holocaust gründeten 1948 die Juden, die sich auch schon zuvor in ihrem Land Israel gesammelt hatten, einen neuen Staat Israel. Nach fast 1900 Jahren! Einen Staat, der ihnen aber alles andere als Ruhe bescherte. Es gab einen Krieg um die Unabhängigkeit. Das Zentrum des Staates, der Tempelberg, fiel in jordanische Hand. Davor konnten Juden übrigens problemlos an die Klagemauer gehen, um zu beten. Und es gab keinen Palästinenserstaat. Das Westjordanland gehörte zu Jordanien, der Gazastreifen zu Ägypten. Es herrschte ein brüchiger Waffenstillstand.

1967 stand Israel am Rand des Abgrunds und wurde von allen Seiten von arabischen Armeen bedroht. Man entschied sich für einen Präventivschlag und der Sechstagekrieg folgte.

Neben den Golanhöhen, dem Westjordanland sowie der inzwischen an Ägypten zurückgegebenen Sinai-Halbinsel wurde die Altstadt von Jerusalem eingenommen. Der Davidstern wehte vorübergehend auf dem Tempelberg. Jerusalem ist seitdem – seit 50 Jahren – vereint.

Die Lukas-Version seiner Endzeit-Rede enthält einen ganz besonderen Vers, der in den Versionen der anderen Evangelien nicht vorkommt: »Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind« (Vers 24).

Die Zeit der Heiden war nun – 1967 – erfüllt. Ihre Zeit, ihre Herrschaft über Jerusalem, war vorbei.  Der Bibellehrer Lance Lambert bezeichnete diesen Tag der Rückeroberung Jerusalems als »das größte Ereignis seit Pfingsten«. Jerusalem gehörte als vereinte Stadt wieder den Juden.

Wobei es nicht ganz stimmt. Die Zeit der Heiden ist nicht ganz vorbei: Es gibt diesen sogenannten »Status Quo«: Das Bestimmungsrecht über den Tempelberg liegt noch bei den Muslimen. Aber die Oberhoheit hat Israel. Auch wenn die politische Umsetzung schwierig ist.

Was 2017 mit den Metalldetektoren oder nach der Erklärung von Donald Trump passiert ist – internationale Zwischenfälle mit Aufschrei von Muslimen in aller Welt, Aufmerksamkeit der Medien, einmütige Verurteilung der israelischen Sichtweise – dies zeigt, wie empfindlich und hochexplosiv dieser Tempelberg, dieser kleine Berg Morija ist.

Erdbeben

Was würde erst passieren, wenn ein Erdbeben den Tempelberg erschüttern würde? Aus tektonischer Sicht ist das immerhin möglich. »Das letzte schwere Beben hat es 1927 gegeben, als die Stadt Safed in Galiläa fast ausradiert worden ist und es auch in Jerusalem schwere Schäden an Gebäuden gegeben hat, darunter an der Al-Aksa-Moschee.« (Quelle: Israelnetz)

Auch 1546 traf ein schweres Erdbeben die Region. »In Jerusalem waren der Tempelberg und die ihn umgebenden Quartiere von diesem Erdbeben am schwersten getroffen. Das Dach des Felsendoms (oder der Al Aqsa-Moschee, nach einer anderen Quelle) stürzte ein, ebenso wie viele Häuser bei der Westmauer.« – Die Klagemauer wurde dann freigelegt (Quelle: Fokus Jerusalem)

Was würde passieren? Religiöse Juden würden dies möglicherweise als Zeichen Gottes interpretieren. Muslime würden mit Sicherheit in irgendeiner Form Israel beschuldigen. Ein Krieg wäre nahezu unvermeidlich. Hoffen wir, dass dieses schlimme Szenario ausbleibt.

Aber auch bei kleineren Konflikten: Auf welcher Seite stehen die Völker, steht Deutschland? Unsere Politiker und Medien kritisieren Israel unverhältnismäßig stark. Oder die Vereinigung der Völker, die UNO! Sie ist sehr stark anti-israelisch eingestellt. Die UNESCO hat den Tempelberg erst kürzlich zur ausschließlich muslimischen Stätte erklärt und die jüdische Vergangenheit quasi ausgelöscht. Die UN-Vollversammlung hat gegen Trump und gegen Jerusalem gestimmt. Auch Deutschland!

Wachsamkeit

Seien wir wachsam, lesen wir die Bibel – dann verstehen wir die Situation in und um Israel besser!

1. Die Bibel ist Gottes Wort.

2. Gott hat alles in seiner Hand.

3. Seien wir wachsam und wünschen wir Jerusalem Frieden / Glück – Schalom! (Siehe Psalm 122,6)

4. Erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht! Jesus ist schon unsere Erlösung. Am Ende wird diese Erlösung für jedermann sichtbar.

Der Gott Israels ist der eine Gott! Er ist Ihr persönlicher Gott, er ist mein Gott! Dieser Gott ist nicht gegen Israel! Das steht eindeutig in der Bibel. Es schmerzt mich, wenn ich sehe, wieviele Christen heute gegen die Bibel, gegen Israel Position beziehen. Und dabei denken sie, sie stehen auf der Seite Gottes! Da hab ich meine Bedenken. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch Römer 9 bis 11 – ein Wundermittel gegen Antisemitismus, der auch in der Kirche verbreitet ist!

Eure Erlösung naht! Dieser Punkt zeugt von Hoffnung. Die Wehen sind der Anfang, nicht das Ende. Am Ende steht die Geburt, der Neuanfang, das neue Leben. Dieses Bild ist so klar und eindrücklich. Wer selbst Kinder hat, wird sich vielleicht zurückerinnern, wie die Wehen waren – und die Geburt, das neue Leben. Vor uns liegt nicht Hoffnungslosigkeit, sondern Hoffnung!

Die Hoffnung für die Zukunft ist im Gott Israels begründet und in seinem Sohn, dem Messias Jesus Christus – auch in schwierigen (politischen oder persönlichen) Zeiten. Der Taumelbecher ist vorübergehend, am Ende steht die Erkenntnis, dass da ein Erlöser war: der Durchbohrte, den schon Sacharja erwähnte. Die Zeit der Heiden ist zuende, der Messias bringt neues Leben, ewiges Leben!

Dieser Artikel basiert auf meiner Predigt vom Israelsonntag am 20. August 2017 in Sulz am Eck. Mehr über das Heilige Land zwischen Bibel und Nahostpolitik gibt es in der 300-seitigen Neuausgabe des Buchs »Einzigartiges Israel«, das im MORIJAshop erhältlich ist.

Expedition »Auf den Spuren Hiskias«

Im März 2018 unternimmt MORIJA eine Forschungsreise nach Jerusalem in die Stadt Davids. 

Seit 30 Jahren beschäftigt sich Ulrich Romberg mit den komplizierten Tunnel- und Schachtsystemen in den Felsen Jerusalems. In der Davidstadt, dem ältesten Teil Jerusalems, wurden im letzten Jahrhundert viele Ausgrabungen getätigt und einzigartige Überreste aus der Königszeit entdeckt. Besonders eindrücklich ist der Hiskiatunnel, der auf einer Länge von 530 Metern durch massiven Fels gegraben wurde. Die Bergleute vor ungefähr 2700 Jahren gruben von beiden Seiten und trafen sich tief im Fels – obwohl der Verlauf des Tunnels S-förmig geschwungen ist. Hatten sie Glück? Oder ist der Tunnel das Ergebnis äußerst sorgfältiger Planung?

Ulrich Romberg, Theologe und Ingenieur, hat Argumente herausgearbeitet für die Entstehung des Hiskiatunnels genau in der Zeit der assyrischen Belagerung Jerusalems, als Sanheribs Armee gegen die Hauptstadt des Königs Hiskias anrückte – ein Ereignis, das in der Bibel ausführlich berichtet wird. Können sich Rombergs Thesen gegenüber den Theorien namhafter Archäologen behaupten?

Wir werden einige Stellen des Tunnels genau in Augenschein nehmen und sind gespannt, mit welchen Erkenntnissen wir wiederkehren werden. Vielleicht kommen wir der Antwort auf zwei wichtige Fragen näher:

1.) Hatten die Tunnelbauer tatsächlich großes Glück oder sehen wir das Ergebnis hoher Ingenieurskunst mit mehreren alternativen Konzeptionen, die die Phasen der Bedrohung und Belagerung durch die Assyrer exakt widerspiegeln?

2.) Kann damit vielleicht sogar die Urheberschaft Hiskias bestätigt werden, die in neuerer Zeit immer wieder in Frage gestellt wurde?

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung und informieren gern im Rahmen des MORIJA-Rundbriefs auf aktuelle Entwicklungen. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Israel ist einzigartig!

Warum?

  • Es wird geliebt und gehasst wie kaum ein anderes Land.
  • Der Friede im Nahen Osten ist das verzweifelte und unerreichte Ziel vieler westlicher Politiker.
  • Die Vereinten Nationen widmen diesem Konflikt eine unvergleichbare Zahl von Sitzungen und Beschlüssen.
  • Im Vergleich zur Größe und zur weltlichen Bedeutung des Staates befassen sich die Medien überproportional mit Israel.
  • Die Innovationskraft und die Zahl der Nobelpreisträger ist unvergleichbar hoch.
  • Die religiöse Bedeutung ist für Juden, Christen und Muslime sehr groß.
  • Es ist der einzige Staat, der sich als Judenstaat bezeichnet.

Auf natürliche Weise ist die Bedeutung Israels nicht erklärbar.

Sie ist nur auf übernatürliche Weise erklärbar!

»Ich werde deine Kinder aus dem Osten holen und dich aus dem Westen sammeln. Zum Norden sage ich:›Gib her!‹ Und zum Süden: ›Halte niemanden zurück! Bring meine Söhne aus der Ferne, meine Töchter aus allen Winkeln der Erde.‹« (Jesaja 43,5–6)

Israel wurde vor fast 70 Jahren – am 14. Mai 1948 – als Heimstätte für die weltweit im Exil verstreuten, leidenden und verfolgten Juden gegründet. Und besteht trotz aller Kriege, Krisen und Anfeindungen bis heute.

Unser Projekt »Einzigartiges Israel« wird bald 20 Jahre alt. Zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels möchten wir den Inhalt komplett überarbeitet haben und die Version 3.0 veröffentlichen. Im Moment arbeiten wir am Kapitel »Geschichte« – immer wieder werden neue Inhalte mit kleineren Versionssprüngen in die Online-Version eingepflegt. So sind in die Version 2.6 neue Erkenntnisse über die Erzväter-Zeit eingeflossen. Viel Spaß beim Lesen: www.einzigartiges-israel.de!

Diese Statue könnte Josef darstellen.

Zweifel an Darwin: Ein Statement des Paläontologen Dr. Günter Bechly

Die Evolution gilt als bewiesene Tatsache. Zweifel daran werden auf mangelnde Bildung oder auf Bindung an Glaubensinhalte zurückgeführt. Christlicher Glaube muss sich heute mit der Evolution arrangieren, sonst gilt er als rückständig und fundamentalistisch. In der Wissenschaft ist die Evolutionstheorie unumstritten. Noch Fragen?

Dr. Günter Bechly ist Paläontologe und hat in Tübingen über die Stammesgeschichte der Libellen promoviert. Seit 1999 war er Kurator für Bernstein und Insekten am Naturkundemuseum Stuttgart, acht fossile Insektenarten sind nach ihm benannt. Im Darwin-Jahr 2009 war er Projektleiter für die Sonderausstellung »Evolution – Der Fluss des Lebens«.

Die Lehre Darwins wiegt schwerer als sämtliche Kritik von Kreationisten und Intelligent-Design-Anhängern: So lautete die Botschaft einer Waage in dieser Ausstellung – auf der einen Seite Darwins »Über die Entstehung der Arten«, auf der anderen Seite Bücher von Kritikern mit ihren vermeintlich dünnen Argumenten.

Bechly selbst hatte diese Idee, er bestellte die Bücher für die Umsetzung. Und schaute aus Neugier hinein. Er wunderte sich: Keine hanebüchenen, religiös verbrämten und pseudowissenschaftlichen Argumente, sondern berechtigte Anfragen und hohe fachliche Qualität. Nicht fundamentalistische Eiferer wetterten da gegen eine feindliche Theorie, sondern kundige Wissenschaftler führten gewichtige Belege gegen eine natürliche Entstehung des Lebens und seiner Baupläne ins Feld.

Günter Bechly kam ins Fragen, machte sich auf die Suche nach Pro und Kontra. Wurde konfrontiert mit der Voreingenommenheit auf der eigenen Seite, auf der Seite der als objektiv geltenden Wissenschaft.

Schließlich fand er für sich das, was er am wenigsten wollte, was er zuvor verachtete: den christlichen Glauben. Er ging mit seinen Zweifeln an die Öffentlichkeit, wurde zum Störfaktor und musste seinen Job aufgeben.

Seine Geschichte beweist: Forschung kann zu Gott führen, sozusagen zu einer intellektuellen Bekehrung. Glaube und Wissenschaft sind kein Widerspruch. Und: der Wissenschaftsbetrieb ist nicht neutral und objektiv, sondern weltanschaulich unumstößlich festgelegt. Wer die rein materielle Weltsicht in Frage stellt und sogar Gott als Schöpfer des Lebens ins Spiel bringt, der hat in der akademischen Welt keinen Platz mehr.

Jüdische Spuren in Wildberg

Zum »Tag des offenen Denkmals« – am Sonntag, 10. September 2017 – haben wir in Wildberg eine interessante Veranstaltung mit zwei Vorträgen und einer Kurzvorstellung des »Papierblatt«-Projekts geplant. Herzliche Einladung!

Am »Tag des offenen Denkmals« in Wildberg, Sonntag, 10. September 2017:
Vorträge ab 14 Uhr in der Volksbank in Wildberg, Talstraße 21+23.
Exklusive Öffnung des Judenbads von 16 bis 17 Uhr.

Jüdische Schicksale im Nordschwarzwald (Gabriel Stängle, C.-H.-Realschule, Nagold)

Jüdische Vergangenheit in Wildberg (Ulrich Romberg, Wildberg)

Jüdische Erinnerungen bewahren (Thorsten Trautwein, Schuldekan)

Veranstalter:
Stadt Wildberg, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, MORIJA gGmbH, Volksbank HNR
Kontakt: Timo Roller, Tel. 07054 2488, info@morija.de

Israelsonntag: Gottesdienst mit Timo Roller

Die Kirchengemeinde Sulz am Eck lädt am Israelsonntag, den 20. August um 10 Uhr zum Gottesdienst mit Timo Roller in die Michaelskirche ein. Erst in jüngster Vergangenheit ist Jerusalem wieder einmal zum »Taumelbecher« und zum »Laststein der Völker« geworden, wie es der Prophet Sacharja bereits vor 2700 Jahren vorhergesagt hat. Auch Jesus sprach zu seiner Zeit über die Zukunft Jerusalems. Wie hängen biblische Aussagen und aktuelle Geschehnisse zusammen?

Tempelberg: Die jüdische Klagemauer und darüber die muslimischen Heiligtümer – dort wo einst der Tempel Gottes stand.

​Vor 2700 Jahren: Sanherib vs. Hiskia

Zwei Tage war ich unterwegs auf den Spuren des judäischen Königs Hiskia und seines Widersachers Sanherib von Assyrien.

Zunächst hatte ich ein längeres Gespräch mit dem Archäologen Ronny Reich über verschiedene Theorien zu Entstehung des nach Hiskia benannten Tunnels, der auf fast 500 Metern frisches Quellwasser durch das Felsgestein unter der Davidstadt in Jerusalem führt.

Danach überzeugte ich mich selbst von der Länge, der kurvenförmigen Streckenführung, der Enge und Dunkelheit des Tunnels.

Nach dem Besuch einiger weiterer bedeutsamer Stätten in Jerusalem (vor allem der Klagemauer und der Grabeskirche) ging es mit dem Mietwagen nach Tel Lachisch, dem Ruinenhügel der judäischen Stadt, dessen Eroberung König Sanherib in Wort und Bild festgehalten hat.

Jesus-Boot, Tel Dan und morgen: Jerusalem! 

Bei einem Ausflug nach Galiläa, zum See Genezareth und auf die Golanhöhen gab es neben politisch interessanten Informationen und Begegnungen zwei faszinierende archäologische Highlights:

Ein Boot aus der Zeit Jesu wurde bei niedrigem Wasserstand am Ufer des Sees Genezareth entdeckt und ist nun in einem Museum ausgestellt.

In Tel Dan sind eindrucksvolle Ruinen aus kanaanäischer und israelitischer Zeit zu sehen.

Beides sollte ich in ausführlicheren Artikeln beschreiben…

Morgen geht es nun nach Jerusalem zu einem sehr interessanten Treffen, über das ich dann die nächsten Tage berichten werde.