Bibel lesen – Bibel verstehen: Schulungsabende in Sulz am Eck

In Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und dem CVJM sowie in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung führte Timo Roller zusammen mit Rolf Röhm vier Schulungsabende anlässlich des 500. Jubiläums von Martin Luthers Septembertestament durch. Stefan Buchali sorgte für die technische Unterstützung und ermöglichte Teilnehmern das digitale Dabeisein über »Teams«.

An dieser Stelle bieten wir die Schulungseinheiten als Playlist zum Nachschauen an. Die erforderlichen Arbeitsblätter stehen hier (als ZIP-Datei) zum Download bereit:

Lichtmesskonferenz als Hybridveranstaltung

Seit dem 2. Februar 1857 findet jedes Jahr in Nagold die Lichtmesskonferenz statt. Auch während der Weltkriege gab es keine Unterbrechungen, ein Livestream ermöglichte während des Lockdowns im letzten Jahr die Durchführung. Zur 166. Konferenz am kommenden Sonntag sind wieder Besucher eingeladen, allerdings kann der Saal im Zellerstift wegen der Corona-Maßnahmen nur zur Hälfte gefüllt werden, zudem ist 2G und das Tragen einer FF2-Maske Voraussetzung für die Anwesenheit vor Ort. Unter www.lichtmesskonferenz.de ist aber auch in diesem Jahr wieder ein Livestream zu finden, sodass niemand auf die Teilnahme verzichten muss. Um 14.30 Uhr beginnt die Konferenz in verkürzter Form. David Jarsetz, Leiter der Liebenzeller Mission, wird über das Konferenzthema sprechen: »Hanna redete von ihm zu allen – die gute Nachricht für Jung und Alt«.

Die Lichtmess-Szene im Fenster der Nagolder Stadtkirche: Die Darstellung des Jesus-Kinds im Tempel

Ulrich Bubser gestaltet mit einem Musikteam den Nachmittag musikalisch, durchs Programm führt Pfarrer Michael Frey aus Wildberg und stellt drei Missionsprojekte vor: Der aus Sulz am Eck stammende Martin Röhm wird von seiner Fußballmission in Fürth mit dem Werk »Campus für Christus« berichten. Christoph Hartmann ist Standortleiter des »Hoffnungshauses« Nagold und gibt Einblick in das Projekt, das ab Herbst insgesamt 17 Wohnungen für geflüchtete und einheimische Menschen zur Verfügung stellen will. Codekan Tobias Geiger berichtet von Hilfstransporten nach Osteuropa im Rahmen des christlichen Werks »Agape e. V.«.

Geiger wurde im Januar zum neuen Vorsitzenden der Zellerstiftung gewählt und wird die Konferenz mit einem »Wort auf den Weg« beenden. Da es aufgrund der wegen Corona eingeschränkten Platzverhältnisse nicht wie üblich eine Missionsausstellung geben wird, können auf der Homepage www.lichtmesskonferenz.de weiterführende Informationen zu verbundenen Werken sowie mehrere Videobotschaften und Projektvorstellungen abgerufen werden.

MORIJA ist für die technische Betreuung der Lichtmesskonferenz verantwortlich.

Einen Artikel über die Holocaust-Gedenkveranstaltung am 27. Januar wurde übrigens im Schwarzwälder Boten veröffentlicht: »Ergreifende Worte am Tag der Befreiung«

»Erinnerungen aus dunkler Vergangenheit« – Kunstband und Holocaustgedenktag

In der Edition Papierblatt haben wir in Kooperation mit dem J.S. Klotz Verlagshaus einen Kunstband veröffentlicht, eine Serie von 93 Zeichnungen der Holocaust-Überlebenden Ella Liebermann-Shiber enthält, mit denen sie ihre Erlebnisse dokumentiert. Erklärende Texte der Künstlerin, die sie nach Fertigstellung der Zeichnungen verfasst hat, ergänzen ihre Werke mit autobiografischen Informationen und verdeutlichen ihren fortdauernden Reflexionsprozess. Beides zusammen bildet ein einzigartiges Zeitzeugnis, das bis heute durch seine unmittelbare Kraft berührt und verstört.

Ihre Tochter Ada Waits ist zum Holocaustgedenktag am 27. Januar 2022 live zugeschaltet im iP-Zentrum in Maisenbach-Zainen und erzählt anhand der Zeichnungen von den erschütternden Erlebnissen ihrer Mutter. Die Veranstaltung kann vor Ort oder im Livestream besucht werden.

Hauptprobe am 25.1.: Schuldekan und Papierblatt-Projektpartner Thorsten Trautwein im Gespräch mit Ada Waits (rechts auf dem Bildschirm), die aus Shavei Zion zugeschaltet ist.

Infos zur Weihnachtskarte 2021

Das Foto auf der Weihnachtskarte zeigt einen mit Efeu bewachsenen Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Haigerloch. Die abgebildete Briefmarke erinnert an 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, das 321 in einem konstantinischen Edikt in Köln erstmals urkundlich bezeugt ist. »Auf das Leben« – es erscheint in unserer Zeit besonders wichtig, nicht nur der toten Juden zu gedenken, sondern auch ihrem Leben, mit dem sie unsere Gesellschaft und Kultur über die Jahrhunderte bereichert haben. In einer Zeit, in der der Antisemitismus deutlich zunimmt, muss auch das lebendige Judentum in den Blick genommen werden, dass in Deutschland in den letzten Jahrzehnten wieder aufgeblüht ist. Dafür dürfen wir sehr dankbar sein. Und auch dem weltweit einzigen jüdischen Staat – Israel – gilt es, unsere Solidarität zu zeigen. Denn nur dort können jüdische Menschen ganz unabhängig und eigenständig für ihre Sicherheit sorgen, die immer wieder von allen Seiten bedroht ist.

Mit unserem Buch »Jüdisches Leben im Nordschwarzwald«, das in der Edition Papierblatt erschienen ist, wollen wir besonders an das vergangene und gegenwärtige Judentum in unserer Heimatregion erinnern. Es ist wunderbar, dass dieses monumentale Werk durch die Mitwirkung zahlreicher Autorinnen und Autoren, durch den unermüdlichen Einsatz unseres Projektpartners Thorsten Trautwein sowie die Unterstützung des Verlagshauses Klotz publiziert werden konnte. Mit »Erinnerungen aus dunkler Vergangenheit« geht in diesen Tagen ein weiteres Werk aus der Edition in den Druck.

Mein persönliches Jahr 2021 war sehr geprägt durch die Diagnose einer Tumorerkrankung im Januar und die daran anschließende aufwendige Behandlung. Während dieser Zeit habe ich »Meine Hiobsbotschaft« dokumentiert. Ein kurzes Fazit und einige Worte über meinen Neustart habe ich ebenfalls verfasst. Ein ausführlicherer Artikel über meine geistliche Auseinandersetzung mit dieser Zeit wird im neuen Jahr in einer Zeitschrift erscheinen. Wer ihn lesen will, kann sich gerne an mich wenden. Ich bin sehr dankbar für alle Gebete und Unterstützung – und den Ärzten und Gott, dass ich meine Zukunft im Land der Lebendigen planen kann.

Zu Corona gibt’s hier keine weiteren Infos, immer wieder habe ich Impulse dazu auf meiner Facebook-Seite gepostet.

Nun wünsche ich frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr 2022!
Timo Roller

Tag des offenen Denkmals am 13. September 2020 in Sulz am Eck: live & digital

Für den »Tag des offenen Denkmals« im Corona-Jahr 2020 haben wir uns ein besonderes Angebot ausgedacht: In kleinen, individuellen Wandergruppen können Sie verschiedene Stationen besuchen, an denen interessante geschichtliche Informationen auf Sie warten mit zum Teil spannenden neuen Erkenntnissen. Alternativ können Sie einzelne oder auch alle Stationen »virtuell« besuchen. Und sogar exklusive Stationen, die wir nur digital anbieten: Die Baustelle Michaelskirche und den Glockenturm.

Draußen im Dorf und in der Natur – von daheim aus per Youtube – oder im Gemeinschaftshaus am Bach, über Beamer und Bildschirm bei Kaffee und Kuchen: »Mit Abstand« der flexibelste und vielseitigste Tag des offenen Denkmals, den wir je hatten!

Es gibt diese Stationen:

Es gibt diese Stationen:

Station 1: Die »Phantomsiedlung« beim Steinbruch von 14 bis 15.30 Uhr, mit Timo Roller

Station 2: Grenzsteine und Grubstock am Friedhof von 14.30 bis 16 Uhr, mit Rolf Dittus

Station 3: Kirchgarten mit der Geschichte von Sulz und der Michaelskirche von 14.30 bis 16 Uhr, mit Heide Dittus und Albert Röhm

Station 4: Cafe am Bach am Denkmaltag im Gemeinschaftshaus von 15 bis 18 Uhr, mit Christina Roller, Stefan Buchali und Team

Zusätzliche virtuelle Stationen im Gemeinschaftshaus und auf Youtube: Baustelle mit Infos zur Renovierung (kurzfristig kann nun auch direkt »live« ein Blick in das Kirchengebäude geworfen werden und Günter Gärtner ist für Erklärungen vor Ort!), Chorsakristei und Beinhaus, Turm und Glocken – dazu noch ein kurzer Impuls von Pfarrer Hartmut Heugel über das Motto des Denkmaltags: »Erinnern. Erhalten. Neu denken.«

Live vor Ort erleben:

Wandervorschlag 1: Durchs Feuchtental bis zur Steinbrucherweiterung, hoch zum neuen Radweg, am Waldrand entlang bis zum Flurstück Zimmler, ggf. Abstecher zum Aussichtspunkt oberhalb des Steinbruchs. Dann über Radweg, am Wasserhäusle vorbei, Richtung Braunjörgen, hinunter zu Friedhof, Kirche, Gemeinschaftshaus.

Wandervorschlag 2: Spaziergang durch den Ort: Friedhof, Kirche, Gemeinschaftshaus in beliebiger Reihenfolge.

Mehr zu den Angeboten am Tag des offenen Denkmals erfahren Sie auf der Homepage der Stadt Wildberg unter www.wildberg.de.

Wir freuen uns auf Sie!

Heide Dittus, Albert Röhm und Timo Roller
Eine Kooperation von: Stadt Wildberg, Schwarzwaldverein, Kirchengemeinde, CVJM und MORIJA gGmbH

Grenzsteinwanderung am »Tag des offenen Denkmals«

Über 40 Interessierte waren am »Tag des offenen Denkmals« am 13.9.2015 mit uns unterwegs entlang des »Herrschaftlichen Reviers Moldenberg«, als der Grenzsteinpfad zum ersten Mal öffentlich vorgestellt wurde. Am 9.9.2018 wurde die Wanderung ein weiteres Mal gemeinsam durchgeführt. Dank eines ausführlichen Flyers eignet sich die Tour wunderbar, um sie auf eigene Faust zu wandern. Daher wollen wir 2020, im Corona-Jahr, dazu einladen, selbstständig in kleinen Gruppen die Grenzsteine auf diesem Pfad zu entdecken! Weitere Infos und Flyer zum Download: www.grenzsteinpfad.de

Ein Name als Denkmal

Buch von Mordechai Papirblat auf Deutsch erschienen: »900 Tage in Auschwitz«

Vor wenigen Tagen ist das Buch »900 Tage in Auschwitz« erschienen, unmittelbar vor dem 97. Geburtstag des Autors, Mordechai Papirblat. »Drei bis hundert« sagte der hochbetagte Holocaust-Überlebende, als wir ihm per Videokonferenz gratulierten und ihm die deutsche Ausgabe seines Buches zeigten. Immer noch hellwach, humorvoll und voller Zuversicht, so erlebten wir Mordechai schon im Mai 2019, als wir ihn persönlich in Tel Aviv besuchten und zusammen mit ihm und seinen Söhnen beschlossen, sein Tagebuch über die Zeit der Judenverfolgung, im Warschauer Ghetto, in den Konzentrationslagern und auf dem Todesmarsch vom Hebräischen ins Deutsche zu übersetzen.

Wie er überlebt hat? »Ganz einfach: Jeden Tag ein Wunder. An manchen Tagen auch zwei«, antwortet er. Er hat seine ganze Familie in den Kriegsjahren verloren und war nach dem Holocaust der einzige, der noch diesen besonderen Namen trug: Papirblat. »Mein Name ist ein Denkmal«, betont er. Seit 1946 lebt er in Israel, hat zwei Söhne, dazu inzwischen Enkel und Urenkel. Durch ihn lebt der Name weiter, den heute unser Projekt trägt, »Papierblatt«. Wir haben es 2016 gemeinsam gestartet und weiterentwickelt: ZEDAKAH, Schuldekan Thorsten Trautwein und ich mit meinem gemeinnützigen Unternehmen MORIJA. Wie ein Blatt Papier Erinnerungen trägt, um sie für die Nachwelt zu erhalten, wollen wir mit der Medien- und Unterrichtsplattform www.papierblatt.de das Gedenken bewahren an die schreckliche Zeit vor nunmehr 75 Jahren: mit Zeitzeugen-Berichten, thematischen Vorträgen und Unterrichtsentwürfen.

Das Buch unseres Namensgebers, »900 Tage in Auschwitz«, bezeugt auf 548 Seiten die erschütternden Ausmaße, die Hass und Antisemitismus annehmen können. In Zeiten, in denen das Wissen um den Holocaust abnimmt, ist das Vermächtnis von Mordechai Papirblat wichtiger denn je.

Es enthält den ausführlichen Bericht, den der Autor kurz nach seiner Ankunft in Israel, Ende der 1940er Jahre, im Tagebuchstil aufgeschrieben hat. Jahrzehntelang schlummerte der handgeschriebene Text dann in einem Umschlag, in einem Schrank – bis zu seinem Ruhestand. Erst dann beauftragte er seinen Sohn mit der Veröffentlichung seiner Erinnerungen. 1995 erschien das hebräische Original unter dem Titel »Der Karpfenschmuggler – 900 Tage in Auschwitz«. 25 Jahre später durften wir es nun in der Sprache der Täter veröffentlichen, die Mordechai Papirblat immer noch spricht, wenn er sagt: »Mein Name ist ein Denkmal, ein Denkmal!«

»900 Tage in Auschwitz« von Mordechai Papirblat kostet 14,95 € und ist im Buchhandel erhältlich oder im www.morijashop.de. Umfangreiches Zusatzmaterial für Vertiefung und Unterricht gibt es auf der crossmedialen Projektseite www.papierblatt.de/papirblat. Das Buch ist der erste Band der Reihe »Edition Papierblatt«, in der weitere Veröffentlichungen geplant sind.

Timo Roller

Zwei Reisen – und viele Fragezeichen

Am Ostermorgen mit dem Flugzeug Richtung Sonnenaufgang: Der April könnte ein ereignisreicher Monat werden! Zum zweiten Mal findet am 13. April an der Universität Sirnak im Südosten der Türkei ein Noah-Symposium statt. Und zum zweiten Mal nach 2013 habe ich mich dort mit einem Beitrag beworben und dieser wurde akzeptiert. Obwohl zunächst nur auf Türkisch angekündigt und mit der Einschränkung, die Reisekosten seien selber zu finanzieren, hat sich nun noch einiges zum Positives gewendet: Es gibt eine englische Version der Seite und mein texanischer Forscherfreund Bill Crouse, der Maßgebliches in der Forschung des Bergs Cudi geleistet hat, und ich wurden nach unseren Daten gefragt für die Buchung des Flugs.

Direkt anschließend ist eine weitere Reise geplant und bereits gebucht: Vom 22. bis 26. April möchte ich mit Schuldekan Thorsten Trautwein nach Israel fliegen. Mordechai Papirblat feiert am 25. April seinen 97. Geburtstag und wir wollen ihm persönlich die deutsche Ausgabe seines Buches »900 Tage in Auschwitz« überreichen. Die Dokumentation dieser Übergabe könnte dann am 1. Mai in Maisenbach gezeigt werden, wo Projektpartner Zedakah e.V. nicht nur sein jährliches Israel-Freundestreffen abhält, sondern auch das 60-jährige Jubiläum feiert.

»Könnte« – habe ich eingangs geschrieben. Waren es bei den ersten Planungen noch Fragen wie: »Wird Mordechai Papirblat gesund genug sein, um Besuch zu empfangen?« oder »Wie entwickelt sich die politische Lage an der türkisch-syrischen Grenze?« beschäftigt uns inzwischen vor allem ein Thema: Der Corona-Virus! Israel hat sein Staatsgebiet völlig abgeriegelt, Deutschland zunächst zum Risikogebiet erklärt und inzwischen alle Besucher »ausgeladen«. Touristen, die im Land sind, werden nachhause geschickt. Die Türkei, bisher erstaunlich lange virusfrei geblieben, hat nun gerade seine ersten Corona-Fälle vermeldet. Es ist im Moment nicht absehbar, wie es weitergehen wird.

Hier, in meiner unmittelbaren Umgebung, werden einerseits massenweise Veranstaltungen abgesagt, andererseits schüttelt man sich anderswo ganz unbedarft die Hände oder fährt ins Stadion.

Im Angesicht des Corona-Virus ist die Planungssicherheit gleich null!

Es sind noch einmal aktualisierte Flyer eingetroffen für das archäologische Tagesseminar in Nagold am 28. März. Ich möchte (»könnte«!) eine weitere Einladungsrunde starten, es geht in die heiße Phase der Vorbereitungen, Catering bestellen, letztes Briefing mit den Referenten. Aber: Kann die Veranstaltung überhaupt durchgeführt werden? Stand heute ist alles in der Schwebe, möglicherweise werden wir am Freitag eine Entscheidung treffen.

Dennoch geht natürlich einiges voran: Das bereits erwähnte Buch »900 Tage in Auschwitz« steht kurz vor der Fertigstellung und soll nächste Woche in den Druck gehen.

Das englischsprachige Paper »Pilgrims to Noah« für das Sirnak-Symposium ist verfasst und wird nach letzten Korrekturen am Wochenende eingereicht.

Am Montag, den 2. März 2020 haben in Sulz auf der Fläche der zukünftigen Steinbrucherweiterung Ausgrabungen stattgefunden, leider mit ernüchterndem Ergebnis: Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich noch ausführlicher darüber schreiben.

Ein anderes heimatgeschichtliches Projekt hat sich allerdings aufgetan: Bilder von archäologischen Grabungen bei der Kirchenrenovierung 1961 in Sulz sind aufgetaucht. Und: MORIJA hat die EDV- und medientechnische Arbeit für »Breitlings digitale Dorfchronik« verantwortet, ein Artikel ist im Schwarzwälder Boten erschienen.

Es läuft also einiges, und da ich sowieso meist im Homeoffice arbeite, wird mir sicher auch in nächster Zeit nicht langweilig. Aber für die angedachten Unterwegs-Termine, das »Salz in der Suppe« der MORIJA-Arbeit, sieht es derzeit heikel aus. Die nächsten Tage werden entscheidend: Wird der April ein spannender Reisemonat? Oder eher ein Zeitpuffer für unspektakuläre Büro- bzw. Produktionsarbeit?

Timo Roller

Ausblick 2020

Vor etwas mehr als fünf Jahren, im September 2014, haben wir die MORIJA gGmbH gegründet. Den Namen MORIJA, unter dem bereits 1999 der Vorläufer des Buchs »Einzigartiges Israel« herausgegeben wurde, verwenden wir bereits seit 20 Jahren. Daher haben wir nach dem Vortragsabend am 8. Dezember darauf angestoßen – trotz des ernsten Themas, über das Schuldekan Thorsten Trautwein zuvor referiert hatte. Er sprach über das Leben von Mordechai Papirblat, das dann aber doch eben auch viel Hoffnung beinhaltet nach allem Leid, dass der heute 96-Jährige als Holocaust-Überlebender im Ghetto und im Konzentrationslager erfahren hatte.

Der Vortrag setzte auch thematisch einen wichtigen Schlusspunkt (oder, besser gesagt: einen Doppelpunkt) hinter ein Jahr, das sehr stark im Zeichen dieses Mannes und unseres nach ihm benannten Projekts stand. Das Papierblatt-Projekt ist gewachsen, bekannter geworden, wurde von Presse und Politik wahrgenommen, ist in Schulen zum Einsatz gekommen und hat viele Zuschauer bewegt. Im März waren wir auf Studienreise in Auschwitz, im Mai haben Thorsten Trautwein und ich Mordechai Papirblat in Tel Aviv besucht. In den nächsten Wochen soll nun seine Biografie »900 Tage in Auschwitz« in deutscher Sprache erscheinen.

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages und des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz veranstalten unsere Projektpartner am 26. und 27. Januar eine Tagung in Maisenbach und Bad Liebenzell mit dem Thema: »75 Jahre nach Auschwitz – der Glaube an Gott im Angesicht des Schreckens«. Wir laden noch herzlich dazu ein!

Eine Woche später findet die Lichtmesskonferenz in Nagold statt, zum 164. Mal in ununterbrochener Folge. Johannes Luitle, Leiter der Liebenzeller Mission beleuchtet Anliegen der Weltmission. MORIJA ist wie immer mit einem Infostand (zusammen mit Aseba) und auch in der Öffentlichkeitsarbeit dabei. Veranstalter ist die Zellerstiftung, der wir zusammen mit unserem Grafiker Samuel Pross zu einem neuen Outfit verholfen haben und nun auch die Website aufbauen.

Wieder in Bad Liebenzell findet am 8.2. der Männertag statt, auf dem ich einen Vortrag halte über die »Archäologie Jerusalems«.

Und wiederum in Nagold gibt es dann am 28.3. ein Tagesseminar »Bibel und Wissenschaft«, bei dem es um archäologische Zeugnisse aus der Welt Hiskias, Jesajas und Sanheribs geht. Mit Peter van der Veen, Luis Saenz, Ulrich Romberg und Dekan Ralf Albrecht haben wir kompetente Referenten zu Gast.

Die spannendste Reise meines Lebens war diejenige in die Südosttürkei im Jahr 2013 an den Fuß des Archebergs Cudi Dagh. Anscheinend wird eine Fortsetzung des Kongresses stattfinden, an dem ich damals mitzuwirken konnte. Welche Bedeutung und welchen Umfang diese Veranstaltung haben wird, war allerdings noch nicht in Erfahrung zu bringen. Obwohl im Titel wieder das »International« steht, ist die Website nur durch den Google-Übersetzer für mich lesbar. Eine englische Ausschreibung gibt es nicht.

In unserer Gesellschafterversammlung am 14.1.2020 haben wir das Geschäftsjahr 2018 abgeschlossen und auch die Zahlen von 2019 im Blick gehabt. Es geht voran, die MORIJA-Arbeit wächst und gedeiht, den größer gewordenen Umfang des Papierblatt-Projekts und vieler weiterer gemeinnütziger Tätigkeiten konnten wir dankenswerterweise durch einen gestiegenen Spendeneingang bewältigen. Und auch der kommerzielle Bereich von MORIJA ist gewachsen.

Als wir die Übersetzung der Papierblatt-Biografie aus dem Hebräischen finanzieren mussten, erhielten wir gerade rechtzeitig eine größere Spende, die wir für den Bedarf dieses Buchprojekts verwenden konnten – und auch die Finanzierung der Druckkosten scheint gesichert. Um das Buch zu einem bezahlbaren Preis anbieten zu können, können wir hier nicht nur kaufmännisch rechnen – zumal, wenn man an die hohen Rabatte für den Buchhandel denkt.

Gerne können Sie das Buch zum Preis von 14,95 € bereits vorbestellen. Auch der Vortrag von Thorsten Trautwein, der eingangs erwähnt wurde, ist online verfügbar, allerdings nicht öffentlich. Auf Rückfrage verschicke ich gerne den Link per E-Mail.

Danke fürs Interesse und viele Grüße
Timo Roller
Geschäftsführer

Frohe Weihnachten!

»Ich will diese Stadt beschirmen, dass ich sie errette um meinetwillen.« (2. Könige 19,34)

Kitschiger Kommerz! Was haben die Weihnachtsmänner mit diesem Bibelvers zu tun? Ich habe sie in der Stadt fotografiert, um die es im Bibelvers geht: Jerusalem.

Zwei Fragen habe ich mir gestellt: Wie hält die Schokolade, die da drin sein müsste, direkte Sonneneinstrahlung bei sommerlichen Temperaturen aus? Und: Waren diese Nikoläuse noch da oder schon da, als ich sie im Mai fotografierte? Weiter weg von Weihnachten geht kaum!

Jerusalem ist bunt und vielfältig und faszinierend. Im Hiskiatunnel habe ich den Galileo-Moderator Stefan Gödde kennengelernt, dessen neues Buch genau davon erzählt: von unterhaltsamen und ernsten Geschichten aus Jerusalem. In einer davon kommen wir vor: »schwäbische Tunnelforscher« auf den Spuren Hiskias! Ein empfehlenswertes Büchlein mit dem Titel: »Nice to meet you, Jerusalem«.

Der Bibelvers aus 2. Könige 19,34 handelt von der Zeit König Hiskias: Kein Heer von Weihnachtsmännern, sondern ein Heer von assyrischen Soldaten stand vor den Toren der Stadt. Hiskia und seine Jerusalemer waren vorbereitet: Mit riesigem Aufwand hatten sie einen Tunnel gegraben, der das lebensspendende Quellwasser ins sichere Innere der Stadt leitete. Aber dennoch sprach Gott durch den Propheten Jesaja: »Und ich will diese Stadt beschirmen, dass ich sie errette um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.«

Vernunft und Gottvertrauen, beides gehörte zusammen – so war es vor 2700 Jahren und ähnlich ist es noch heute: Israel hat zum Schutz vor feindlichen Raketen das Abwehrsystem »Iron Dome«, die Eiserne Kuppel. Aber Gottes Schirm und Schutz sind trotzdem unverzichtbar.

Unsere Arbeit bei MORIJA spiegelt das auch wieder: Wir planen, machen, bringen Dinge voran. Doch ohne Gottes Zutun wäre es schwierig bis unmöglich. So haben wir bei der Finanzierung unseres sehr aufwendigen Papierblatt-Projekts manches Wunder erlebt!

Dieses Projekt hat das Jahr 2019 sehr geprägt: Eine Reise nach Auschwitz und ein Besuch bei Mordechai Papirblat in Israel waren bewegende Höhepunkte. Wir werden in Kürze Papirblats Biografie veröffentlichen – und laden mit ein zu einer Tagung zum Thema Auschwitz nach Bad Liebenzell. Das Gedenken an den Holocaust ist nach wie vor wichtig! Es gilt, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und dem Judenhass heute in verschiedensten Milieus entgegenzuwirken.

Nikoläuse und Assyrer, Jerusalem und Auschwitz: Heiteres und Todernstes liegen oft so nah beieinander: Auch an Weihnachten, wo die Finsternis und Gottesferne durch Jesus Christus, das Licht der Welt, durchbrochen wurde! Ich bin froh, dass Gott uns in allem begleitet und durchträgt.

Timo Roller