Neben dem Engagement im Vorstand der christlichen Missionsarbeit »Kinderheime Netanja Narsapur« verbindet Fritz Schanz aus Wildberg und Pfarrer i.R. Dr. Heiko Krimmer aus Owen/Teck die Liebe zu Israel. Bei einer gemeinsamen Reise ins Heilige Land, so erzählte Schanz zu Beginn des Vortragsabends am Donnerstag, habe ihr jüdischer Reiseleiter interessiert den Bibelarbeiten Krimmers gelauscht und ihn schließlich als den »besten Rabbi, dem ich je begegnet bin« bezeichnet. Vor etwa 100 Zuhörern im Wildberger Gemeindezentrum gelang es dem profilierten Theologen dann auch, die komplizierte politische Lage im Nahen Osten anhand der Bibel auszulegen. Zusammen mit dem Gemeinschaftsverband »die Apis« hatte die evangelische Kirchengemeinde zum Themenabend »Israel« eingeladen.
Israel sei der Augapfel Gottes, so formuliere es der biblische Prophet Sacharja. An ihrem Verhältnis zu Israel habe man in der Vergangenheit das Schicksal mancher Völker bewerten können. »Israel – dieses Volk ist von Gott erwählt«, so Krimmer. Das Land Israel sei nur in Verbindung mit seinem Volk fruchtbar. Der schmale Landstreifen am Mittelmeer, zwischen Europa, Afrika und Asien, sei unter den Römern verödet und erst die Juden hätten das Land im 19. und 20. Jahrhundert nach ihrer Rückkehr aus der Diaspora urbar gemacht. Aus ehemaligen Sumpfgebieten seien innerhalb weniger Jahre wahre »Kornkammern« geworden. »Wer einmal in Israel war, sieht das ja!«.
Krimmer führte aus, die Juden seien das einzige Volk, das über die Jahrtausende seine Identität behalten habe: »Ohne Gott ist die Geschichte Israels nicht erklärbar.« Und der Antisemitismus, der sich vom ägyptischen Pharao über die Perser und Römer bis zu den Nationalsozialisten durch die Weltgeschichte ziehe, habe seine tiefste Wurzel im Hass gegenüber Gott.
Im Auftreten Jesu Christi sieht der Theologe einen entscheidenden Wendepunkt in Gottes »Heilsweg« mit Israel. Doch Gott habe den Bund mit seinem Volk nicht aufgegeben – wie oft von kirchlicher Seite postuliert wurde – sondern er habe sie nur »beiseite gestellt«, um das Heil auch den nichtjüdischen Völkern zu bringen. Man dürfe niemals die Juden als verworfene Christusmörder betrachten, wie dies auch Martin Luther getan habe. »Israel ist unser älterer Bruder« und die Christen seien zu Gottes Volk hinzugefügt worden.
Eine Erfüllung biblischer Prophezeiungen sieht Krimmer in der Neugründung des Staates Israel 1948: Dem äußerlich ins verheißene Land zurückgekehrten Volk fehle aber noch die innere Verbindung zu Gott, der »Odem«, der ihm nach Hesekiel 37 noch eingehaucht werden solle.
Kritisch äußerte sich Krimmer gegenüber der UNO, die einen Großteil ihrer Resolutionen gegen Israel erlasse – das kleine Land erhalte ein Vielfaches der Aufmerksamkeit anderer Krisengebiete. Bei den Medien vermutet er in den Meldungen über Israel »einen Wahrheitsgehalt von vielleicht zehn Prozent.« Als Beispiel nannte er manipulierte Bilder bei der Berichterstattung über die Einnahme des so genannten »Hilfstransports« nach Gaza, bei dem »Waffen wegretuschiert« worden seien und nachweislich Terroristen an Bord waren.
Nicht nur über die Gegenwart, auch über die Zukunft Israels findet Krimmer Hinweise in der Bibel: Der Prophet Sacharja weissage von einem Krieg aller Völker gegen Israel, nachdem ein Antichrist zuvor einen scheinbaren Frieden bringe. Am Ende werde der Messias kommen und sein Volk erretten.
Die Christen forderte Krimmer auf, regelmäßig für Israel zu beten, und ihm nach Psalm 122 Glück und Gottes Barmherzigkeit zu wünschen.
(Dieser Artikel ist in leicht gekürzter Form am 13. Juli 2010 im Schwarzwälder Boten erschienen)

