Die Felskirchen von Lalibela

Ein Beitrag von Jürgen Röhm

»…wahrscheinlich wird mir niemand glauben…« schrieb der Portugiese Francisco Alvarez, der als einer der ersten Europäer Lalibela besuchte.

In der Tat unglaublich ist, was er dort sah: In dieser kleinen, beschaulichen Stadt im Norden Äthiopiens liegt, was manche als achtes Weltwunder der Antike beschreiben – die Felskirchen von Lalibela.


Bet Giyorgis – die bekannteste der elf Felskirchen.

Insgesamt elf Kirchen findet man dort, aus purem Stein gemeißelt und durch ein Tunnel- und Wegesystem miteinander verbunden. Die imposanten Gebäude umfassen jeweils bis zu 800 Quadratmeter Fläche und sind bis zu zehn Meter hoch komplett aus der umgebenden Basaltlava herausgemeißelt worden.

Nachdem Jerusalem 1187 von Muslimen erobert wurde, wollte der damalige Kaiser Gebre Meskel Lalibela ein neues Jerusalem in Äthiopien errichten und befahl den Bau der Felskirchen. Die Arbeit daran soll über hundert Jahre gedauert haben und insgesamt 40 000 Arbeiter beschäftigt haben.


Die komplette Architektur wurde aus dem Fels gemeißelt.

Bis heute gilt Lalibela als eine der Pilgerstätten für äthiopisch-orthodoxe Christen und die Kirchen werden noch immer für Gottesdienste und Zeremonien verwendet. Die UNESCO hat sie zum Weltkulturerbe erklärt, im Moment werden einige Kirchen saniert, weswegen in Google-Earth teilweise nur Blechdächer zu erkennen sind.


Stolz zeigt ein orthodoxer Geistlicher eine uralte Handschrift.

Die Kirchen sind in drei Gruppen eingeteilt, wobei die westliche Gruppe nur aus einer Kirche besteht: Bet Giyorgis, die gleichzeitig aber die berühmteste und schönste ist.

KOORDINATEN:
Bet Giyorgis (westliche Gruppe): 12.0316N, 39.0411E
Nördliche Gruppe: 12.0336N, 39.0436E
Östliche Gruppe: 12.0315N, 39.0454E

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