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Der Römerbrief kontra Antisemitismus

Die Geschichte des Antisemitismus, des Judenhasses, ist leider eng mit der christlichen Kirchengeschichte verbunden.

In den christlichen Urgemeinden waren jüdische Christen und gläubige Heiden eine Einheit durch ihren gemeinsamen Erlöser Jesus Christus. Doch schon 100 Jahre nach dem Tod Christi gab es die Ansicht, dass die Juden von Gott verstoßen seien und die Kirche nun die legitime Nachfolgerin des Volkes Gottes sei. Die Juden wurden von der frühen Christenheit des »Gottesmordes« beschuldigt.

Das Neue Testament sagt jedoch etwas anderes: »Denn Herodes Antipas, der Statthalter Pontius Pilatus und das Volk Israel haben sich gegen Jesus, deinen heiligen Knecht, den du gesalbt hast, verschworen.« (Apostelgeschichte 4,27)

Nach der Schrift ist Jesus für die Sünden der Menschheit gestorben, also ist jeder einzelne Mensch, ob Jude oder Römer, ob Christ oder Heide, für den Tod Christi verantwortlich.

Trotzdem: Die Spur des Antisemitismus zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Viele Christen und Vertreter der Kirchen behaupten, die Christenheit hätte Israel als das Volk Gottes abgelehnt. Die Juden hätten durch die Ablehnung Christi ihre Auserwählung verloren. Diese Meinung hat sich als sogenannte »Enterbungslehre« auch in der Theologie etabliert. Diese Enterbungslehre hat in Deutschland und in anderen Ländern eine lange und traurige Geschichte des Antisemitismus mit sich gebracht.

Scheinbar haben Christen, die solche Lehren vertreten, die Ausführungen des Apostels Paulus im Römerbrief nie gelesen.

Römer 11,11: » Sind sie so tief gefallen, dass sie hoffungslos verloren sind? Nein, auf keinen Fall! Sondern ihr Ungehorsam führte dazu, dass auch die anderen Völker gerettet werden, um damit zugleich auch die Eifersucht der Juden zu wecken.«

Paulus trifft zwei wichtige Aussagen:

  1. Das Volk Israel ist noch immer das Volk Gottes
  2. Die Ablehnung Christi als Messias durch die Juden bewirkt, dass nun den Heiden die frohe Botschaft verkündet werden sollte.

Nun vergleicht Paulus das Verhältnis der Juden und Christen zu Gott mit einem Ölbaum: Das Volk Israel ist ein edler Ölbaum, der in Gott verwurzelt ist. Durch den Unglauben wurden einige Zweige herausgebrochen. An die Stelle der herausgebrochenen Zweige sind nun Zweige eines wilden Ölbaumes eingepfropft. Dies sind Heiden, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind.


Ein uralter Ölbaum im Garten Gethsemane.

In Vers 18 spricht Paulus eine dringliche Warnung aus: »Bildet euch aber deshalb nicht ein, besser als die herausgebrochenen Zweige zu sein!« (nach Luther)

Niemals sollen Christen herablassend gegenüber den Juden sein, denn »wenn Gott bereit war, dich, der du ursprünglich Zweig eines wilden Ölbaums warst, seinem guten Baum einzupfropfen – was wider die Natur wäre –, wie viel lieber wird er die Juden wieder in den Baum einpfropfen, zu dem sie eigentlich gehören.« (Vers 24).

Leider hat sich ein Großteil der Christen diese Aussagen zu keinem Zeitpunkt der Geschichte zu Herzen genommen.


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