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Einführung in 4000 Jahre Geschichte

Kaum ein Land der Welt kann auf eine so lange, bewegte und gut dokumentierte Geschichte zurückblicken wie das Land Israel. Kein anderer Ort auf der Erde hat wohl mehr Herrscher gesehen und war Schauplatz so vieler Kriege wie dieser schmale Landstrich zwischen Mittelmeer und Jordan. Hier kämpften Kanaaniter, Philister, Perser, Griechen, Römer, Muslime, Kreuzritter, Türken, Franzosen, Briten und nicht zuletzt Juden. Und immer noch ist Israel Zankapfel der Nationen. Ein Blick in die Vergangenheit offenbart die Hintergründe, warum noch immer kein Frieden eingekehrt ist und sich heute noch Juden und Araber um dieses Land streiten.

Wie man auch zur Bibel stehen mag, die Geschichte des jüdischen Volkes kann bis heute nicht ohne die jüdische Religion verstanden werden und ist ohne die Existenz Gottes nicht zu erklären.

Die Erforschung der menschlichen Frühgeschichte und insbesondere die Datierung von Ereignissen aus dieser Zeit erweist sich als schwierig. Man ist auf archäologische Funde und schriftliche Überlieferungen angewiesen, die aber in manchen Gegenden oder Zeitepochen selten sind. So gibt es zwar viele sumerische und ägyptische Inschriften, doch von den Kanaanitern, die im heutigen Israel vor 4000 Jahren lebten, gibt es kaum nennenswerte schriftliche Zeugnisse.

Um eine fortlaufende Chronik zu erhalten, wurde daher versucht, gemeinsame Ereignisse in den Darstellungen der verschiedenen antiken Reiche zu identifizieren, um von diesen ausgehend Rückrechnungen anstellen zu können. Historisch gesichert und anerkannt sind derzeit alle Datierungen ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. Bis ca. 1000 v. Chr. kann noch mit relativ großer Genauigkeit zurückgerechnet werden. Alle älteren Daten jedoch sollten nicht als unumstößlich betrachtet werden und könnten durch neue archäologische Entdeckungen schnell revidiert werden.

Auf dieser Treppe gingen die Menschen vor 3500 Jahren: ein Fund aus kanaanitischer Zeit an der Ausgrabungsstätte in Hazor.

Während die Ausgräber noch vor 50 Jahren davon ausgingen, dass man der Bibel in historischer Hinsicht vertrauen kann, glauben die meisten Archäologen heute zunächst einmal nicht an die Zuverlässigkeit der biblischen Berichte – es sei denn, die Wissenschaft fördert Beweise für deren Wahrheit zutage. Renommierte Forscher tun die Geschichten vom Auszug aus Ägypten, von der Einnahme Kanaans und auch vom sprichwörtlichem Reichtum des Königs Salomo als fromme Legenden ab. Beiträge in den Medien stellen regelmäßig wichtige Geschichten der Bibel infrage.

Am Beispiel der Eroberung Jerichos ist diese Problematik besonders deutlich bemerkbar: Funde vom Beginn des 20. Jahrhunderts haben die Vermutung nahegelegt, dass Jericho um 1200 v. Chr. zerstört wurde und bis heute ist dieser Zeitpunkt das geläufige Datum für die Eroberung durch die Israeliten. Die Bibel dagegen lässt den Leser eher eine Zeit um 1400 v. Chr. errechnen. Da nach heutigem Erkenntnisstand die Zerstörungsspuren in Jericho und weiteren Städten des Alten Israel allerdings zeitlich nicht dem biblischen Bericht entsprechen, nehmen viele an, die Bibel idealisiere und übertreibe in ihren Erzählungen.

Aber es gibt Spuren in den ausgegrabenen Ruinen aus der Zeit um 1600 v. Chr., die zur Beschreibung des Alten Testaments sehr genau passen. Eventuelle Fehler, die bei der Datierung jener weit zurückliegenden Periode aufgetreten sein könnten, könnten die scheinbare zeitliche Differenz der Ereignisse überbrücken.

Speziell die ägyptische Chronologie enthält wahrscheinlich Ungereimtheiten von bis zu 200 Jahren. Der für die Studiengemeinschaft Wort und Wissen tätige Archäologe Dr. Peter van der Veen, der mit einigen weiteren Kollegen an diesem Problem forscht, gibt zu, dass es noch keine endgültige Lösung in Form eines vollständig schlüssigen neuen Datierungsmodells gebe, jedoch berechtigte Hoffnung in die geschichtliche Zuverlässigkeit der Bibel.

In der Zeit von David und Salomo (1000–900 v. Chr.) würde eine Korrektur der herkömmlichen Chronologie ebenfalls zu einer weiteren Bestätigung der Heiligen Schrift durch Ausgrabungen in Israel führen. Van der Veen berichtete von Funden ägyptischen Ursprungs in Jerusalem, die auf König Salomos Frau zurückzuführen sein könnten. Auch Fundamente von Davids Palast wären demnach unweit des Tempelbergs freigelegt worden.

Weitere Informationen zu Archäologie und Geschichte der Bibel finden Sie bei unseren Projekten »Bible Earth« und »Das Rätsel der Arche Noah«.


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