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Museen

Es gibt etwa 120 Museen in Israel, die eine jährliche Besucherzahl von beinahe zehn Millionen verzeichnen können. Ob groß oder klein, ob im Kibbuz oder in der Stadt, die Museen in Israel sind wahre Schatzkammern der Archäologie, Ethnografie und israelischen Geschichte, der alten und modernen Kunst, der einfachen und anspruchsvollen Kunsthandwerke (Stand der Informationen und Öffnungszeiten: 2008).

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Bitte beachten Sie zu diesem Thema auch unser Projekt »Papierblatt – Holocaustüberlebende berichten«.

Das Yad-Vashem-Museum in Jerusalem ist dem Andenken und der Erinnerung an die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gewidmet. Es besteht aus einer Kunstgalerie, dem Saal der Namen, der Allee der Gerechten unter den Völkern, einem Archiv, der zentralen Gedenkhalle mit den Namen der nationalsozialistischen Todeslager auf dem Boden, dem Kinder-Gedenk-Pavillon und dem Tal der Zerstörten Gemeinden.

Die Halle der Erinnerung mit der Gedenkflamme für die Opfer des Holocaust und den Namen der 22 größten Konzentrationslager.

Anschrift und Öffnungszeiten: Yad Vashem; P.O.B. 3477; IL–Jerusalem 91034
So. – Do. 9–17 Uhr; Fr. 9–14 Uhr

Mit der Machtübernahme Adolf Hitlers und der Nationalsozialistischen Partei (1933) wurde der Antisemitismus in Deutschland offizielle Staatspolitik. Das nationalsozialistische Regime führte einen Plan aus, der systematisch auf die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in allen Ländern unter deutscher Besatzung abzielte. Sechs Millionen Juden, darunter 1,5 Millionen Kinder, wurden in den vom nationalsozialistischen Deutschland besetzten Ländern Europas während des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) ermordet. Der Großteil der hundert Millionen Europäer die unter der NS-Herrschaft lebten, schaute schweigend zu oder kollaborierte mit den Mördern. Einige jedoch reichten Juden eine helfende Hand und versuchten, sie vor den Nationalsozialisten zu retten.

Von Yad Vashem, der Nationalen Holocaust-Gedenkstätte Israels, wurden bisher im Rahmen eines 1953 gesetzlich verankerten Programms nahezu 16.000 Personen ausfindig gemacht und geehrt, die während des Dritten Reiches in irgendeiner Form zum Überleben von Juden beigetragen hatten. Dies sind die »Gerechten unter den Völkern«.

Die als Retter und Helfer von Juden geltenden Personen erhalten die »Medaille der Gerechten« und eine Ehrenurkunde (die im Falle einer posthumen Anerkennung den nächsten Verwandten überreicht werden). Ihre Namen werden auf der Ehrenwand im Garten der »Gerechten« in der Gedenkstätte Yad Vashem eingetragen. Es ist die höchste Auszeichnung, die das jüdische Volk durch den Staat Israel an Personen vergibt, die nicht zum jüdischen Volk gehören.

Diejenigen »Gerechten unter den Völkern«, die – wo immer sie leben – in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, erhalten von der »Jewish Foundation of the Righteous« Hilfe. Sie wurde zu diesem Zweck in New York ins Leben gerufen. Die Anne-Frank-Stiftung im schweizerischen Basel kümmert sich um den Personenkreis, der medizinische Hilfe benötigt. Die in Israel lebenden »Gerechten« (zirka 45 Personen) erhalten automatisch eine großzügige staatliche Pension.

Es gibt keine genauen Angaben, wie viele Juden durch die Hilfe einzelner Nichtjuden gerettet werden konnten. Ihre Zahl mag bei mehreren zehntausend Menschen liegen. In Frankreich überlebten 200.000 Juden, viele von ihnen dank der Hilfe von Nichtjuden. Die geschätzten Zahlen für einige andere europäische Länder sind: Belgien – 26.000; Niederlande – 16.000; Italien – 35.000; Dänemark – 7200; Norwegen – 900; Deutschland und Österreich – 5.000; Polen – 25.000 bis 45.000; Litauen – bis zu 1000; Ungarn – über 200.000, viele von ihnen durch den heldenhaften Einsatz Raoul Wallenbergs und Carl Lutz'; Griechenland – 3000 bis 5000; Jugoslawien – bis zu 5000; Albanien – 1800. Für die Ukraine und Russland liegen bisher keine Angaben vor.

Diese Personen haben vielleicht nicht ihr Leben riskiert, doch für ihre Entscheidung, die eigene Karriere zugunsten zahlreicher hilfloser Personen zu gefährden, haben sie es verdient, so die Meinung Yad Vashems, zu den »Gerechten unter den Völkern« gezählt zu werden.

Israel-Museum

Darüber hinaus gibt es ein breites Spektrum von temporären Sonderausstellungen und Veranstaltungsprogrammen, die von Vorträgen, Workshops und Filmen bis zu Kammerkonzerten und Kunstseminaren reichen.

Anschrift und Öffnungszeiten: Israel-Museum; Ruppin Boulevard; P.O. Box 71117; IL–Jerusalem 91710
So., Mo., Mi., Do. 10–18 Uhr; Fr., Sa. 10–14 Uhr; Di. 16–22 Uhr

Kunstmuseum Tel Aviv

Das Kunstmuseum Tel Aviv wurde 1932 gegründet und hat vier zentrale Galerien mit einer umfassenden Sammlung klassischer und zeitgenössischer Kunst. Der Schwerpunkt liegt auf israelischer Kunst.

Ferner hat es eine Jugendabteilung, ein Auditorium, in dem regelmäßig Lesungen, Kammerkonzerte und Filmvorführungen stattfinden, und zahlreiche Säle mit temporären Sonderausstellungen. Unter der Schirmherrschaft des Museums steht auch der Helena-Rubinstein-Pavillon für Moderne Kunst.

Anschrift und Öffnungszeiten: Kunstmuseum; König-Saul-Straße 27; IL–Tel Aviv
So. – Mi. 10–17 Uhr; Do. 10–22 Uhr; Sa. 10–15 Uhr

Bet Hatefutsoth (Diaspora-Museum)

Das Diaspora-Museum liegt auf dem Gelände der Universität von Tel Aviv. Es wurde 1978 gegründet. Unter Verwendung modernster Techniken und audiovisueller Displays wird die Geschichte der jüdischen Diaspora-Gemeinden in aller Welt im Laufe der Jahrhunderte nachgezeichnet. In diesem Museum, das kein Museum mit herkömmlichen Artefakten ist, sind die Ausstellungen nach Themen geordnet. Jedes Stockwerk verfügt über ein eigenes Lehr- und Informationszentrum. Zeitlich begrenzte Sonderausstellungen zu den verschiedenen jüdischen Themen, ein audiovisuelles Panorama der jüdischen Geschichte, ein breites Spektrum von Bildungs- und Kulturprogrammen und Wanderausstellungen werden regelmäßig angeboten.

Anschrift und Öffnungszeiten: Bet Hatefutsoth; Museum of the Jewish Diaspora; Ramat Aviv; P.O. Box 39359; IL–Tel Aviv 61392
So. – Do. 10–17 Uhr; Mi. 10–19 Uhr

Mishkan la-Omanut (Heim der Kunst)

Das Heim der Kunst wurde 1934 gegründet und befindet sich im Kibbuz Ein Harod. Das erste ländliche Museum Israels und das erste Kunstmuseum der Kibbuz-Bewegung beherbergt eine große Sammlung jüdischer Gemälde, Skulpturen und Volkskunst aus aller Welt sowie temporäre Sonderausstellungen, sowie verschiedene Bildungsprojekte und Kunstforschung.

Haifa-Museum

Dem Museum angegliedert sind das Prähistorische Museum, das Nationale Schiffahrtsmuseum und das restaurierte Tikotin-Museum für Japanische Kunst.

Anschrift: Haifa-Museum; Shabtai-Levi-Straße 26; IL–Haifa

Negev-Museum

Das Negev-Museum wurde 1953 in Beer Sheva gegründet und ist in Gebäuden aus der osmanischen Zeit untergebracht. Es besteht aus einer Abteilung für Moderne Kunst und einer archäologischen Abteilung mit typischen Gegenständen aus den verschiedenen Besiedlungsepochen der Region. In Tel Sheva kann man eine Ausstellung über archäologische Funde aus der biblischen Stadt Beer Sheva (ca. 900 v.Chr.) besichtigen.

Eretz-Israel-Museum

Das Eretz-Israel-Museum wurde 1953 in Ramat Aviv gegründet. Es ist eine große Schatzkammer archäologischer, anthropologischer und historischer Funde aus der Region. In elf Pavillons werden Glaswaren, Keramik, Münzen, Folklore, Kupfergegenstände und mehr ausgestellt. Ein Planetarium ist in das Museum integriert. In der Abteilung »Der Mensch und seine Arbeit« sind die alten Methoden des Webens, der Schmuckherstellung sowie des Töpferns, des Kornmahlens und des Brotbackens dokumentiert. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich der Ruinenhügel Tel Quasile, eine Ausgrabungsstätte, in der zwölf verschiedene Siedlungsschichten gefunden wurden. Unter der Schirmherrschaft des Museums stehen auch das Museum der Geschichte von Tel Aviv-Jaffo und der Unabhängigkeitssaal, in dem 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde. Beide befinden sich im Zentrum von Tel Aviv.

Anschrift: Eretz-Israel-Museum; Ramat Aviv; IL–Tel Aviv

L.A.-Mayer-Institut für Islamische Kunst

Das 1974 in Jerusalem gegründete L.A. Mayer-Institut für Islamische Kunst beherbergt große Sammlungen von Keramik, Textilien, Schmuck, Kultgegenständen, die tausend Jahre islamischer Kunst von Spanien bis Indien abdecken. Zudem können temporäre Sonderausstellungen über spezielle Themen besichtigt werden.

Anschrift und Öffnungszeiten: Museum für Islamische Kunst; Rehov Palmach 2; IL–Jerusalem
So. – Do. 10–17 Uhr; Sa. 10–13 Uhr

Stadtgeschichtliches und volkskundliches Museum

Seit 1988 befindet sich ein stadtgeschichtliches und volkskundliches Museum in der Zitadelle (Davids-Turm) in Jerusalem, einer bedeutenden historischen und archäologischen Stätte mit Funden aus der Zeit des Ersten Tempels (950 bis 587 v.Chr.), Teilen eines Turms und der Stadtmauer aus der Hasmonäerzeit (1. Jahrhundert v.Chr.), sowie dem Sockel eines von Herodes dem Großen (37 bis 4 v.Chr.) erbauten riesigen Turmes.

Das Museum deckt 4000 Jahre der Geschichte Jerusalems ab, von den Anfängen als kanaanitische Stadt bis zur heutigen Zeit. Die Ausstellungen sind nach Perioden eingeteilt. In jedem Saal zeigt eine »Zeitlinie« zunächst die Hauptereignisse, die dann auf Displays von Karten, Videobändern, Hologrammen, Zeichnungen und Modellen veranschaulicht werden. Von Zeit zu Zeit können temporäre Ausstellungen zu inhaltsverwandten Themen besichtigt werden.

Anschrift und Öffnungszeiten: Stadtgeschichtliches und volkskundliches Museum; Davids-Zitadelle; Altstadt Jerusalem (beim Jaffator)
So. – Do. 10–17 Uhr; Fr. – Sa. 10–14 Uhr


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