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Musik

Israel ist eines der aktivsten Musikzentren der Welt. Ein blühendes klassisches Musikleben basiert auf dem Talent zahlreicher Komponisten und Tausender von Berufsmusikern. Durch die Einwanderungsgesellschaft ist in Israel ein einzigartiges und dynamisches Genre der Volksmusik entstanden.

Lieder

Singen ist ein Teil des täglichen Lebens in Israel. Israels Lieder werden bei vielen öffentlichen und privaten Veranstaltungen sowie bei internationalen Gesangswettbewerben vorgetragen. Beliebte israelische Volkslieder haben einen unverwechselbaren Stil. In ihnen verbinden sich vielfältige ethnische Idiome mit hebräischer Lyrik. Viele dieser Volkslieder haben zur Entstehung von Volkstänzen geführt, die im ganzen Land – bei Jugendlichen genauso wie bei Älteren – sehr beliebt sind.

Obgleich es schwierig ist, eine Definition für ein typisches »hebräisches Lied« zu finden, unterscheiden die Israelis sehr wohl zwischen einem Lied, das einfach nur einen hebräischen Text hat, und dem Shir Ivri (hebr. »Hebräisches Lied«), dessen Inhalt die Stimmen, Werte und Gefühle des Landes zum Ausdruck bringen. Bei den meisten dieser Lieder sind die Melodien von slawischen Einflüssen geprägt. Diese Lieder haben im vergangenen Jahrhundert die großen historischen Ereignisse im nationalen Leben des jüdischen Volkes begleitet und die Träume, Schmerzen und Hoffnungen Israels auf diesem Weg bezeugt. Sie behandeln die für Volkslieder typischen Themen, aber darüber hinaus artikulieren sie auch spezifisch israelische Gefühle wie die Liebe zu Israel und seiner Landschaft. Diese Lieder kennt jeder in Israel. Es sind Lieder, die das Herzstück von Israels kulturellem Erbe sind.

Pop- und Rockmusik

In der modernen israelischen Gesellschaft hat auch moderne, westlich geprägte Unterhaltungsmusik ihren festen Platz, die sich aber oftmals mit orientalischen Klängen vermischt. Musiker wie Arik Einstein, Shlomo Artzi, Matti Caspi, Shalom Hanoch und Yehudit Ravitz zählen zu den bekannten Interpreten, ebenso wie die beliebten Bands wie Kaveret, Mashina, Atraf, Etnix und Haverim shel Natasha.

Pop- und Rockmusik ist auch bei der israelischen Jugend sehr beliebt. Besuch einer Band aus Deutschland: »Normal Generation«.

International war sicherlich Ofra Haza die berühmteste Künstlerin, die am 23. Februar 2000 im Alter von nur 42 Jahren an Aids verstorben ist. »Im Nin'alu« war 1988 ein Welthit, der in Deutschland auf den 1. Platz der Hitparade kletterte. Mit der bekannten Band »Sisters of Mercy« nahm sie 1992 »Temple of Love« auf. Als letztes bedeutendes Projekt ihrer Karriere wirkte sie am 1998 veröffentlichten Soundtrack des Zeichentrickfilms »Der Prinz von Ägypten« mit.

1993 trat sie bei der Nobelpreisverleihung von Rabin, Peres und Arafat auf, zwei Jahre später bei der Begräbniszeremonie von Jitzhak Rabin.

Dana International gewann 1998 im englischen Birmingham den Eurovision Song Contest mit ihrem Song »Diva«. Die Teilnahme der transsexuellen Sängerin, die eigentlich ein Mann ist, sorgte in konservativen Kreisen für einige Aufregung. In den Jahren 1978 und 1979 hatte Israel mit den Gruppen Izhar Cohen & Alpha Beta sowie Milk & Honey diesen Wettbewerb bereits zweimal gewonnen.

Klassische Musik

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Musik einen wichtigen Platz im kulturellen Leben der jüdischen Gemeinde ein. Doch erst in den 1930er Jahren erhielt die Musik auf professionellem Niveau einen entscheidenden Impuls dadurch, dass Hunderte von Musiklehrern und Musikstudenten, Komponisten, Instrumentalisten und Sängern sowie Tausende von Musikliebhabern in das Land Israel strömten.

Das Israelische Philharmonieorchester, das auf Initiative des berühmten polnischen Violisten Bronislaw Huberman gegründet wurde, gab 1936 in Tel Aviv unter dem Dirigenten Arturo Toscanini sein erstes Konzert.

Dieses Konzert entwickelte sich zu einem Angelpunkt des israelischen Musiklebens und das Orchester erlangte mit den Jahren internationalen Ruhm als eines der weltbesten Orchester. Kurze Zeit später wurde ein Rundfunkorchester (heute das Jerusalemer Sinfonieorchester) gegründet.

In den späten 1980er Jahren begann die »Neue Israel Oper« mit Aufführungen auf höchstem Niveau und löste eine Begeisterungswelle für die Oper unter der israelischen Bevölkerung aus.

Zu Beginn der 1990er Jahre erlebte das israelische Musikleben durch den Massenzustrom von über 700.000 Juden aus der ehemaligen Sowjetunion eine starke Veränderung. Diese Einwanderungswelle brachte viele Berufsmusiker nach Israel, darunter Instrumentalisten, Sänger und Musiklehrer, deren prägender Einfluss sich in der Bildung neuer Symphonie- und Kammerorchester und kleiner Ensembles äußerte. Schulen, Konservatorien und Gemeinschaftszentren wurden durch dynamisches Talent und musikalische Vitalität neu belebt. Viele musikalische Darbietungen finden an historischen Schauplätzen wie den restaurierten römischen Amphitheatern in Cäsarea und Bet-Schean und in zwei großen Konzertsälen, dem Mann-Auditorium in Tel Aviv und Jerusalems Internationalem Kongresszentrum, statt. Die israelischen Konzertbesucher sind begeisterungsfähig und aufgeschlossen.

Zu den Musikereignissen der Weltklasse, die in Israel stattfinden, gehören der Internationale Hafenwettbewerb und der Arthur-Rubinstein-Klavierwettbewerb. Das Israel-Festival verwandelt Jerusalem jedes Jahr im Frühling mit Musik-, Theater- und Tanzdarbietungen von Gruppen aus aller Welt in einen kulturellen Magneten.

Eine spezifisch israelischen Musik entwickelte sich in Israel Mitte der 1940er Jahre mit den ersten professionellen Komponisten und Kompositionen. Obgleich russische und französische Traditionen die israelische Musik stark beeinflussten, kristallisierte sich jedoch allmählich eine neue Ausdrucksform des modernen Israels heraus: der sogenannte »mediterrane« Stil, der traditionelle Melodien der östlichen Welt und die alten Gebetsgesänge integrierte.

Mit der Einrichtung des Arthur-Rubinstein-Lehrstuhls für Musikwissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem begann Anfang der 1960er Jahre die Einführung von Musikpädagogik und Musikwissenschaft im Hochschulbereich. Auch an der Universität Tel Aviv und der Bar-Ilan-Universität wurden daraufhin Musikabteilungen eingerichtet. Zwei Hauptfachbereiche werden angeboten: Jüdische Musik und Musik der verschiedenen ethnischen Gruppen Israels unter besonderer Berücksichtigung der Musik von sephardischen /orientalischen Gemeinden.


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