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Landleben

Rund 10 Prozent der Bevölkerung Israels lebt in ländlichen Gebieten. Dort leben sie in landwirtschaftlichen Siedlungsformen – den Kibbuzim und den Moschawim – oder in einem der vielen Dörfer des Landes. 17 Prozent der israelischen Landbevölkerung sind Araber und Drusen und bilden etwa 9 Prozent der gesamten nichtjüdischen Bevölkerung Israels.

Die Häuser und das Land sind in Privatbesitz, die Landwirte bestellen ihre eigenen Felder und vermarkten ihre Erzeugnisse selbständig. In den letzten Jahren sind die Dörfer größer geworden und die Landwirtschaft ist verstärkt mechanisiert worden. Außerdem wurde an einigen Orten Leichtindustrie angesiedelt, um zusätzliche Arbeitsplätze in der Umgebung zu schaffen.

Auch heute noch leben zahlreiche Familien in der Siedlungsform, die so typisch für die Gründerzeit des jüdischen Staates ist: dem Kibbuz. Etwa 270 dieser landwirtschaftlichen Kollektivsiedlungen gibt es in Israel, wie hier der Kibbuz Nof Ginosar am See Genezareth.

Die meisten der 110.000 arabischen Beduinen Israels sind keine Nomaden mehr. Etwa 60 Prozent haben einen festen Wohnsitz. Andere behalten zwar ihre traditionelle Lebensform bei, halten sich jedoch meist in einem festen Gebiet auf.

Der Kibbuz

Der Kibbuz ist ein Dorf, das von allen Bewohnern gemeinschaftlich verwaltet wird. Der gesamte Besitz ist Allgemeingut der Mitglieder. Diese stellen ihre Arbeitskraft zur Verfügung und erhalten als Gegenleistung Unterkunft, Nahrung, Ausbildung, Taschengeld, medizinische und Altersversorgung. Die Einkünfte richten sich nach dem persönlichen Bedarf. Die Gemeinschaft ist auf die Grundsätze der Gleichheit, gegenseitiger Hilfe und sozialer Gerechtigkeit gegründet.

Die anfangs sehr gemeinschaftlich geprägte Organisation der Mitglieder passt sich mehr und mehr der individualistisch geprägten Umwelt an. So werden inzwischen in einigen Kibbuzim bestimmte Geldbeträge zur freien Verfügung gewährt und mehr Auswahlmöglichkeiten bei Kleidung, Einrichtungsgegenständen und Urlaubszielen angeboten. Mehr denn je zuvor haben Kibbuzmitglieder heute die Gelegenheit, eine Hochschule im Fach ihrer Wahl zu besuchen. Darüber hinaus werden die besonderen Bedürfnisse von Künstlern und Schriftstellern anerkannt und sie erhalten die Möglichkeit, ihrer schöpferischen Tätigkeit nachzugehen.

Jedes Kibbuzmitglied gehört der Generalversammlung an, dem höchsten Entscheidungsgremium im Kibbuz. Diese trifft alle prinzipiellen Entscheidungen, wählt Amtsträger, verabschiedet den Kibbuzhaushalt und bestätigt die Aufnahme neuer Mitglieder. Um Angelegenheiten wie Erziehung, Wohnungsbau, Gesundheit, Produktion, Planung und Kultur kümmern sich die von der Generalversammlung gewählten Ausschüsse.

Die ersten Kibbuzim wurden bereits 40 Jahre vor der Staatsgründung Israels von jungen, meist aus Osteuropa stammenden Zionisten errichtet. Heute gibt es in Israel rund 270 Kibbuzim. Sie stellen etwa drei Prozent der Gesamtbevölkerung. In einem Kibbuz leben durchschnittlich 200 bis 2000 Menschen. Sie werden Kibbuzniks genannt.

In der Zeit vor der Unabhängigkeit und in den ersten Jahren nach der Staatsgründung spielte der Kibbuz eine zentrale Rolle bei der Besiedlung, Einwanderung und Verteidigung. Als diese Zuständigkeiten von der Regierung übernommen wurden, nahm der politische Einfluss ab. Dennoch erwirtschaften die Kibbuzim auch heute noch ein höheres durchschnittliches Bruttosozialprodukt als der nicht an Kibbuzim oder Moshawim gebundene Teil der Bevölkerung.

Ursprünglich war die Landwirtschaft Hauptwirtschaftszweig der Kibbuzim. In letzter Zeit haben in vielen Gegenden benachbarte Kibbutzim ihre Ressourcen zusammengelegt und regionale Industrieunternehmen gegründet. Auch der Tourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftszweig der Kibbuzim geworden, deshalb unterhalten viele zusätzlich Gästehäuser und andere Freizeiteinrichtungen.

Der Moshaw

Der Moshaw ist eine genossenschaftlich organisierte Siedlung. Sie entspricht eher dem modernen Lebensstil. Jede Familie führt ihren eigenen Haushalt und bearbeitet den eigenen Boden. Häuser und Höfe sind in privatem Besitz. Maschinen und größere Geräte werden gemeinschaftlich angeschafft. Die Erzeugnisse werden von der Genossenschaft vertrieben. Der erste Moshav wurde 1921 gegründet. Die Zahl der Moshawim hat sich bis heute auf 350 erhöht. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 4 Prozent. In Moshawim leben je nach Ausprägung 100 bis 1000 Menschen.


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