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Wasser

Da Israel am Rande eines Wüstengürtels liegt, hatte es seit jeher unter Wassermangel zu leiden. Archäologische Ausgrabungen im Negev haben gezeigt, dass bereits vor Tausenden von Jahren Techniken zur Sammlung, Speicherung und Weiterleitung von Regenwasser in Gebrauch waren. Jährlich stehen Israel aus sich regenerierenden Quellen ca. 1,7 Milliarden Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Davon werden 75 Prozent zur Bewässerung verwendet, der Rest ist für den privaten und industriellen Gebrauch.

Zu den Wasserquellen des Landes gehören der Jordan, der See Genezareth und einige kleinere Flusssysteme.

Ohne Regen kein Wasser. Da in Israel fast nur in den Wintermonaten Regen fällt, hofft man in dieser Zeit besonders auf reichhaltige Niederschläge.

Natürliche Quellen und Grundwasservorräte werden in genau geregelten Mengen angezapft, um der Austrocknung und Versalzung vorzubeugen. Da alle Frischwasserquellen maximal genutzt werden müssen, versucht man durch die Wiederaufbereitung von Abwasser, künstlichen Regen (Impfen von Wolken mit Silberjodid) und Entsalzung von schwach salzhaltigem Brackwasser an Flussmündungen zusätzliche Reserven zu erschließen.

Um regionale Engpässe in der Wasserversorgung auszugleichen, ist der größte Teil der Süßwasservorräte Israels zu einem landesweiten Netz zusammengeschlossen. Seine Hauptader, die 1964 fertiggestellte Landeswasserleitung, bringt über ein System aus riesigen Rohren, Aquädukten, offenen Kanälen, Speichern, Tunnels, Dämmen und Pumpstationen Wasser aus den nördlichen und mittleren Landesteilen in den trockenen Süden.

Die Kontrolle der Golan-Höhen ist für die Wasserversorgung Israels sehr wichtig. Der See Genezareth liefert ein Drittel des Trinkwassers in Israel. Nahezu alle Zuflüsse des Sees entspringen auf den Golan-Höhen.

Die Mehrheit der Israelis ist nicht bereit, den Golan aufzugeben, da sie nicht glauben, dass die Trinkwasserversorgung aufrechterhalten würde, wenn die Golan-Höhen nicht unter israelischer Verwaltung stehen. Gestärkt wird diese Befürchtung durch die Erinnerung an das Jahr 1964, als Syrien den Versuch unternahm, durch einen Kanal das gesamte Wasser umzulenken, das von der Wasserscheide aus in Richtung Israel fließt. Die Gefahr konnte nur mit Waffengewalt abgewendet werden.

Aufgrund des chronischen Wassermangels und der damit verbundenen Senkung des Grundwasserspiegels besteht zunehmend die Gefahr, dass die Grundwasservorräte durch Meerwasser verschmutzt werden können. Beim See Genezareth besteht höchste Alarmstufe, wenn der Wasserpegel unter -212 Meter sinkt. Der Normpegel liegt bei -208 Meter. In den letzten Jahren hat sich die Lage dramatisch zugespitzt: Im Sommer 2002 lag der Pegel bei -215 Metern!

Ein Großteil der israelischen Wasserquellen befindet sich im Bergland von Judäa und Samaria. Da auf diesem Gebiet möglicherweise irgendwann ein Palästinenserstaat entstehen soll, würden dadurch in der Zukunft der See Genezareth und die Golan-Höhen für Israels Wasserversorgung noch wichtiger werden.


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